Umschalten auf Herbst.

So, wir sind zurück! Seit heute Nacht um halb vier…. Und schon ist unser Eintauchen in einen freundlichen Herbst weiter südlich vorbei – eigentlich wollten U und ich in den Garten, Rasen mähen, Dinge in Beeten tun. Aber es regnete immer wieder, dabei hatte es 15 Grad – brrr! Was ein Glück, dass ich mit Koffer ausräumen und Wäsche waschen ausreichend beschäftigt war. Und vor allem, dass ich für die nun sicherlich kommenden vier kalten Monate etwas Sonne habe einlagern können.

Wir waren übrigen ja nicht nur am Lago d’Iseo, sondern auch noch in Basel (vorher) und in Bergamo (nachher). An diesen Orten bin ich aber aus unterschiedlichen Gründen gar nicht zu meiner Chronistenpflicht gekommen.

Gen Basel fuhren wir am Sonntag, den 2.10. – und zwar am Sonntag, damit wir am Samstag noch in Ruhe packen konnten und hoffend, dass wir weniger Stau abbekommen würden. Die Anfahrt am Sonntag klappte wirklich gut (Packen für drei hasse ich aber immer noch, U kümmert sich um seins ja selber)! Gegen Mittag brachen wir entspannt auf, sausten ohne größere Staus gen Süden, fuhren, als uns der Hunger zwickte, kurz vor Freiburg ab und aßen gut in der „Alten Schmiede“ in Teningen (lecker Käsespätzle, zu meiner Verwunderung jedoch ohne Röstzwiebeln, muss das dort so?), und waren auch nicht allzu spät in Basel. Unser in Gundeldingen gelegenes AirBNB war auch wirklich schön, und als mir nach einer Weile die Erkenntnis kam, dass das im Online-Formular abgefragte „Kontrollschild“ unser Nummernschild war, öffnete sich auch unser günstiges Online-Parkhaus auch ganz Sesam-öffne-Dich-mäßig, und wir konnten den Wagen abstellen. Nach einer halbwegs erholten Nacht in Basel (fremde Betten und so, außerdem war es recht wackelig) liefen wir dann durch Basel, was mit einer weniger mauligen LM und einer etwas besser funktionierenden Stadtrundgang-App (puh, was wurde ich ungeduldig – ich hasse es ja schon, U beim Surfen zuzusehen, aber wenn es dann nur mittelmäßig klappt….) vermutlich auch ganz nett gewesen wäre. So war aber leider irgendwie der Wurm drin. Wie uns erst später klar wurde, brütete LM dort wohl schon an einem milden, nicht ernsthaften Infekt herum… Nun ja. Schön war Basel trotzdem! Und U und ich bekamen abends von den Kindern etwas Ausgang geschenkt, die wollten nämlich lieber etwas in der Wohnung Schleich spielen. Und so liefen wir noch ein wenig durch die Gegend, tranken ein Bier und genossen es, schon so große Kinder zu haben.

Von Montag dieser Woche bis gestern waren wir dann nach unseren sechs Tagen in Riva di Solto (und am Morgen des Montags dann noch auf Monte Isola, auch sehr empfehlenswert) in Bergamo. Und dort gefiel es uns allen, ausnahmslos allen!!, wirklich wunderbar. Das dortige AirBNB war wirklich so schön und perfekt in der Città Alta gelegen wie erhofft. Und die gute Vorbereitung, den Wagen in einer Tiefgarage dort oben unterzubringen, zahlte sich auch aus – sonst wäre das Koffer-durch-die-Gegend-Ziehen wohl sehr, sehr unschön geworden. Nach unserem Check-in liefen wir los, erkundeten die Altstadt, beschlossen, jeden Tag ein Eis zu essen (Check), aßen Pizza, und abends durften U und ich noch einmal alleine losgehen und einen Wein trinken, während die Kinder auch diese Wohnung auf Schleichtauglichkeit überprüften.

Am Dienstag erkundeten wir dann gemeinsam die Stadtmauer, genossen den Blick ins Umland und liefen durch noch mehr Gässchen, holten uns 100 m von unserem AirBNB per Kilogramm verkaufte Pizza, die wir auf unserer Dachterrasse mit wunderbarer Aussicht zu uns nahmen. Nach einer Mittagspause schlürten U und ich weiter – die Kinder wollten lieber wieder spielen. Und so bestiegen wir alleine den Campanone (meine Güte, wie laut ist das, wenn die gr0ße Glocke zur vollen Stunde angeschlagen wird!), holten uns ein Eis, besuchten Basilika und Kathedrale, und holten dann die Kinder ab, um mit ihnen noch ein wenig herumzustöbern und auch ihnen zur Tagesration Eis zu verhelfen. Nach einem Sundowner auf der Dachterrasse beschlossen die Kinder, dass sie doch gern das Netflixangebot des AirBNB austesten würden (es wurde „Drachenzähmen leicht gemacht“, und unsere niederländischen Nachbarn amüsierten sich wohl sehr über das Gekicher unserer Kinder dabei), und U und ich drehten eine letzte Runde alleine (bald haben wir alle Gassen durch, dachten wir!) und tranken dann keine 50 m von unserer Unterkunft entfernt einen Wein in der Circolino Città Alta, etwas hellhörig und durchdringend illuminiert, aber schön in einer ehemaligen Kirche untergebracht.

Am Mittwoch wagten wir uns aus den Stadtmauern heraus und fuhren mit der Funicular (ab nun: Ohrwurm bei mir) auf den Hügel San Vigilio hinauf und flanierten dort umher, und fuhren nach einem einstimmigen Votum der Kinder, nachdem wir dort alles abgelaufen waren, wieder hinunter. Nach einem weiteren Stopp in der Wohnung hatten wir dann auch endlich die 2,3 kg Pizza des Vortages vertilgt (wir waren etwas eskaliert – nachdem wir etwas zusammengezuckt waren ob des Preises, fanden wir dann doch, dass 47 € für drei Pizzamahlzeiten ganz angebracht waren) und nahmen nach einem kurzen Erholungspäuschen die andere Funicular in die Unterstadt hinunter. Dort liefen wir viel umher, kauften alten Parmesan, getrocknete Steinpilze, natürlich wieder Eis und für LM und ihre Freundin Kugelschreiber mit Tierpfötchenkappe – was man halt so braucht. Abends waren die Füße platt, wir ebenso, und zu unserem Abschiedsessen landeten wir so dann ohne viele Schritte mehr in der Circolino Citta Altà, die den Kindern genauso gut gefiel wie uns. Manche essen ja auch gern das gefühlte zehnte Mal Pizza im Urlaub – ich war jedoch sehr froh über Sehbarbentartar mit Passionsfruchtmayo (Mayo super, der Tartar etwas zu neutral) und danach – endlich! – Polenta, und zwar Polenta taragna!, mit Kaninchen. Sehr sehr lecker. Danach ein leckerer Grappa und ein Espresso, und ich war glücklich.

Am nächsten Morgen musste dann leider schon gepackt werden – es sollte zurück gehen. Da wir angenehmerweise aber spät auschecken durften, hatten wir alle Zeit der Welt, die Koffer zu füllen, noch die allerallerletzten Wege der Altstadt abzulaufen, die Kinder Mitgebsel kaufen zu lassen, uns auszuruhen und eine letzte Pizza zu verspeisen, bis U dann den Wagen holte und durch die engen Altstadtgassen bis zu unserer Unterkunft fuhr, wo wir – schnell, schnell! da kommt ein Lieferwagen! – alle Taschen und Koffer in den Kofferraum wuchteten und die drei schon einmal vorfuhren: Mein Platz war noch belegt, und der Lieferwagen wollte gern durchkommen.

Und so kam ich zu einem letzten kurzen Spaziergang, bis U ohne Behinderung des Verkehrs halten konnte, und dann ging es heim. Mit einer kurzen Zwischenstation am auf dem Heimweg gelegenen Gartenstadt Crespi d’Adda (einmal gucken, wie Arbeitersiedlungen so in Italien aussehen – ich glaube, wir müssen wiederkommen, die Info hatte schon zu, und überhaupt wollten wir ja heim) und einem Espresso dort ging es heim. Bei LM lagen die Nerven abends um halb zwölf einmal blank, aber alles in allem kamen wir innerhalb von 12 Stunden inklusive aller Stopps (auch dem in Crespi d’Adda) und etwas Stau bei Mailand ganz gut durch.

In diesem ganzen Kontext übrigens herzlichen Dank an Frau Giese und Ihren Serviceblog – ich kann es nicht mehr ganz rekonstruieren, aber ich glaube, ihre verliebten Worte über Bergamo vor über vier Jahren (so lange lese ich dort schon gern?) haben einen großen Einfluss auf mein Unterbewusstsein gehabt, unser Urlaubsziel der Familie vorzuschlagen. Ich war erfreut, zu lesen, dass sie wenige Tage vor uns ebenfalls dort noch einmal zu Besuch dort war.

Ein Hoch auf größere Kinder, die man kurzzeitig mal mit dem Handy alleine lassen kann, und die das auch noch gut finden….

Und jetzt ist die Wäsche auch schon fast komplett durch die Waschmaschine durch… Neue Bettwäsche ist auch bestellt, die alte hat den Geist aufgegeben. Zum Glück haben wir noch Schonfrist bis Montag, bis es wieder heißt: Hallo, Alltag!

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