Rücken, Garten und Programm außer Haus

Ca. 4.192.600 Infizierte (+7.200), ca. 3.944.000 Genesene, ca. 93.370 Tote. Bei uns: ca. 270 Infizierte, 7T-Inzidenz 42,6 (5-14: 121,3).

Ich hoffe, so langsam schleift sich meine neue Routine ein – den vierten Tag in Folge mache ich nun brav meine Rückenübungen. Danach (es dauert derzeit noch 40 Minuten inklusive den Anti-Impingement-Übungen und dem Dehnen, hoffen wir, dass ich bald schneller bin!) geht es besser, aber heute hatte ich schon am späten Nachmittag wieder Rückenschmerzen. Hm. Alles doof. Morgens nach dem Aufstehen, klar, dass kenn ich – aber nachmittags?!?

Ansonsten so: U war so lieb, die Mädels heute zum Voltigieren zu fahren. So konnte ich nach einem schönen Ausschlafen in Ruhe besagte Übungen machen und diverse Bastelsachen aussuchen und bestellen. Demnächst wird es ja früh dunkler, und ich möchte, wo dann zwangsläufig weniger im Garten anfällt, mal wieder mit der Overlock und als Novum mit Bauschgarn herumspielen und etwas für die Kinder nähen: Notentaschen aus Filz, Musselinhalstücher gegen morgendliche Frische und einen neuen, größeren Vampirumhang für LM. Schließlich ist ja bald Halloween! Ich bin gespannt… Dazu habe ich mal meine Vorsätze wahr gemacht und etwas früher mit der Geschenkeplanung für Weihnachten begonnen – schließlich dauert es ja immer ein Weilchen, bis die Kinder was fertig gebastelt haben, und Lust sollte man ja auch dabei haben – ganz abgesehen davon, dass ein Geschenk nach USA zum Onkel geschickt werden muss. Wir haben uns heute auf jeden Fall für Vogelhäuschen und Apfelhalter für die Omas und einen Schlüssel“haus“ für den Onkel entschieden, die mit Acrylfarben bemalt werden, wenn das Wetter mal schlecht ist.

Als Mittagessen gab es Pizza bzw. Reste vom Ramequin von gestern, gefolgt von einem Diktat mit LF. Im Gegensatz zu den letzten Tagen ratterte ihr Köpfchen im positivsten Sinne ganz heiß dabei und es gab nur wenige Fehler. Wenn das ab jetzt wieder so bliebe, wäre das äußerst positiv – vor allem, da am Freitag die erste Deutscharbeit ansteht.

Da U schon den ganzen Tag fleißig draußen an unseren zukünftigen Vor-dem-Ofen-Stühlen werkelte, begab ich mich auch einmal hinaus und stellte mal wieder überrascht fest, wie warm es war – so ein altes Haus isoliert wirklich gut. Auch gegen Wärme von außen!

Um ein wenig die Sonne zu genießen, aber dabei gleichzeitig etwas produktives zu tun, schnappte ich mir die Gartenscheren und schnitt erst die Wassertriebe der Quitten und dann spontan auch noch einen Rhododendron im Vorgarten. Dabei tappte ich wieder in die alte Falle – man „macht nur mal kurz etwas“ und zieht deswegen keine Handschuhe an, aus „mal kurz“ wird „mehr“, und – zack! – hat man eine Blase. Ich lern es auch echt nicht mehr. Die Quitten haben Schorf – ich sollte wohl dringend ernten und dann die Bäume auslichten und am besten auch noch behandeln?

Gegen sechs Uhr brachen wir in die Innenstadt auf. Wir hatten heute nämlich noch was vor! Der alljährliche, miniminikleine Mittelaltermarkt fand statt, dies Jahr noch eine Ausgabe kleiner als sonst. Aber es tat soooo gut! Echte Musik von echten Musikern (na gut, einmal ein Dudelsack und eine Trommel und einmal eine Gitarre mit Querflöte), Feuerjongleure und eine Märchenerzählerin – unglaublich, wie so etwas erfreuen kann! U kaufte sich einen Ring aus einem 5 DM-Stück seines Geburtsjahres, die Kinder und ich bekamen je einen Crepe, LF fuhr eine Runde auf einem sehr rohen Karussell (immerhin nicht handbetrieben), und nach reichlich Überlegen trugen die Kinder Bögen nach Hause, die wir am Stand ausgiebig getestet hatten und die besser Pfeile abschossen als die, die wir in der Vergangenheit gebastelt hatten. Leider wurde etwas zu spät dabei – LM neigt ja sowohl bei Hunger als auch Müdigkeit zum Motzen. Aber immerhin freuten sich beide beim Insbettgehen darauf, morgen mit den Bögen zu spielen…

Rekonvaleszenz

Ca. 4.162.400 Infizierte (+10.300), ca. 3.909.000 Genesene, ca. 93.130 Tote. Bei uns: ca. 300 Infizierte, 7T-Inzidenz 46,6. Bei den 5-14-Jährigen: 101.

Ich glaube, es geht nach dem äußerst bescheidenen Wochenende bergauf: Heute kuschelte ich mich nur kurz ins Bett, nachdem Kinder und Mann aus dem Haus waren und stand auf. Frühstückte, räumte etwas auf, erledigte unliebsame telefonische Kommunikation, und dann machte ich Rücken- und anti-Impingement-Übungen (der Besuch beim Hausarzt gestern ergab: zusätzlich zu der Magensache murkelt die Schulter wegen eines Impingement herum und die Rückenprobleme hab ich je immer, und jetzt versuche ich, mir eine Routine anzugewöhnen). Danach fix duschen, und dann auf zum Friseur – da ich diese Woche eh noch zu Hause bin, dachte ich, kappe ich mal meine Wolle. Das gelang auch ganz gut und ICH bin immerhin zufrieden (U, der sonst immer nur über den Abfluss verstopfende Haare mosert, meinte, es wäre doch etwas arg kurz geraten… da hätte er mal nicht so viel nörgeln sollen!).

Wieder zu Hause: Kartoffeln aufsetzen, Spinat erwärmen, Eier kochen – und dann war auch schon LF da, sehr ausgeglichen und gut gelaunt, mit weitestgehend erledigten Hausaufgaben (auf Latein guckten wir nochmal kurz drauf, Politik machte sie allein). Da das Wetter so schön war, nahm ich im Anschluss daran das Rad, um LM von der Schule abzuholen, und spazierte mit ihr das Rad schiebend, Tornister im Radkorb, zurück.

Eine kurze Pause auf dem Liegestuhl in der Sonne, während die Kinder drinnen Bügelperlenbilder steckten (?!?!), dann kam die Nachbarstochter vorbei – sie hätte ihren Schlüssel vergessen…? Zum Glück konnte ich nun alle erfolgreich nach draußen scheuchen, und so hüpften die Kinder auf dem Trampolin, ich chillte noch etwas, schnitt noch kurz Rosen und pflanzte die letzten Tulpen- und Allium-Zwiebeln, die ich vor ein paar Wochen versorgt hatte, und bin nun gespannt auf den Frühling. Ein wenig Quitten-Einsammeln (juhu, es geht wieder los!) und Gründüngung-Säen, und dann nochmal eine kurze Dosis Sonne.

Danach: Kinder zum Aufräumen und Wäsche-Wegräumen nötigen, grundreinigen, und zwei jungen Damen die Haare schneiden. In beiden Fällen kamen ca. 10 cm ab – erstaunlich, wie verknotet die Spitzen teilweise waren…. Dann war es leider schon wieder später als geplant, aber zum Glück war alles erledigt.

Daran, wie voll der Tag dann doch war, merke ich: es geht bergauf. Wie schön.

Ansonsten: LF ist nächste Woche Montag das erste Mal mit einer neuen Schulfreundin verabredet und freut sich sehr. Es passt wohl auch – beide sind Pferde- und Harry-Potter-Fans. Die Freundin, mit der sie jedoch von der Grundschule gewechselt ist, habe sich jedoch leider verändert und würde in der Betreuung leugnen, dass sie Hausaufgaben aufhabe, damit sie diese nicht erledigen müsse – uiuiui, ich glaube, da bin ich über verminderten Kontakt nicht traurig.

LF hat gestern ein für sie großes Problem gelöst: Mit der neuen Freundin, die sie in der ersten Klasse gefunden und mit der sie sich schon zwei Mal verabredet hat, gab es eine schwierige Situation: Freundin M erzählte Montag stolz, sie habe am Wochenende ein Pony geschenkt bekommen. LM, die von uns schon zu oft gehört hat, wieviel Zeit und Geld ein Pony erfordert, glaubte es ihr nicht und als M insistierte, nannte sie sie eine Lügnerin. Vielleicht auch noch Idiotin, was noch weniger gut zu heißen wäre, aber das leugnet sie nach wie vor standhaft. Lässt sich auch nicht mehr aufklären. Im Ergebnis war man auf jeden Fall nicht mehr sicher, ob man noch befreundet war. Autsch. Auf jeden Fall hatte LM nicht Recht – dass die dortigen Verhältnisse anders sind und dass die Oma auf einer Trabrennbahn lebt, wusste LM nicht. Da ist unser Heißsporn wohl ein wenig über das Ziel hinausgeschossen – und war, als mich glücklicherweise die Mutter kontaktierte und fragte, was wir denn nun tun, um die junge Freundschaft zu kitten, gleichzeitig eifersüchtig, kein Pferd zu bekommen, bockig, weil sie eben einfach oft bockig ist, und ängstlich, dass M nichts mehr mit ihr zu tun haben möchte. Puh… Im Endeffekt haben wir lange geredet, sie hat eine Karte gemalt, auf die sie „tut mir leid“ (auf meinen Vorschlag) und „freunde sind wichtich“ (ui, allein überlegt, da ist von meiner flammenden Rede wohl etwas hängengeblieben) und zwei Strichmännchen-Mädchen mit zwei Herzluftballons gemalt hat. Und jetzt ist alles in Butter und M kommt Freitag wieder zu uns. Ich glaube, ich lasse Waffeln springen….

Ach ja, süß war auch: LF und und LM unterhalten sich über gerade und ungerade Zahlen, und LM nennt letztere immer „schiefe“ Zahlen…

Ein unruhiges Wochenende

An diesem Wochenende habe ich gelernt, dass die Idee, in Eigenverantwortung Diclofenac gegen Rückenschmerzen zu nehmen, doch keine gute ist. Mit meinem Hausarzt hatte ich vor 4 Wochen ausgemacht, dass ich bei Bedarf bis zu 4 Tage hintereinander wegen starker Rückenschmerzen (und die hatte ich ja seit vor unserem Urlaub konstant, wenn auch nicht immer stark), eine Tablette am Tag nehmen darf.

Soviel zur Vorgeschichte, die ich bislang nur als vom Hausarzt abgesegnetes Faktum im Kopf hatte und nicht als fett gedrucktes Einleitung mit Zeilenüberschrift „Vorgeschichte“. Wo fange ich an? Donnerstag ärgerte ich mich ein wenig im Home Office herum, da unser Werksarzt nach dem Coronafall in LFs Klasse mehr als 23 h für die Prüfung brauchte, ob ich denn in mein Einzelbüro kommen dürfe oder nicht (bislang galt Unternehmensrichtlinie Nr. 5, dass Kontakte von Coronakontaktfällen zu Hause zu bleiben haben, aber was ist, wenn nicht klar ist, ob ein Schulkind eine Kontaktperson ist, da ja NIEMAND aus der Klasse mehr in Quarantäne geschickt wird, wenn ein Coronafall auftritt? Sind dann alle Schüler oder niemand Kontaktpersonen?). Ein Lichtblick aber war: U war auch dort, ich konnte produktiv arbeiten, und abends war er für’s Essen zuständig – d.h. ich konnte so richtig gut zehn Stunden was tun. Und trotzdem nachher lecker Moussaka essen. Soweit, so gut.

Am Freitag, dem Tag darauf, war ich dann wieder allein im Home Office. Mittags gab es ein Stück übrig gebliebenes Moussaka. Nebst zwei aufgeschnittenen Tomaten, weil ich da irgendwie so einen Jieper drauf hatte, schließlich ist ein Moussaka so eine ölige Angelegenheit. Danach fühlte ich mich etwas voll, aber noch ganz gut. Und hörte irgendwann auf zu arbeiten, als LF nach Hause kam, unterstützte ein bisschen bei der Frage, wie man am besten seine Traumschule beschreibt (Deutsch-Hausaufgabe) und holte LM von der Schule an und brachte sie zu ihrer Freundin. Kurz vor der Abfahrt die Erkenntnis: Magendrücken (na, das hab ich ja manchmal). Dort blieb ich dann ein Viertelstündchen auf einen Latte Macchiato und fuhr dann heim – irgendwas in meinem Bauch rumorte dann jedoch schon stärker. Die Korrektur von LFs „Traumschulbeschreibung“ erledigte ich dann schon mit hochgelagerten Beinen im heiß geliebten Stokke Gravity. Wärmekissen und Fencheltee half nicht wirklich.

Um kurz vor fünf Uhr holte ich dann LM von ihrer Freundin ab, bat aber dort gleich darum, schnell aufbrechen zu können, da irgendwie mein Bauch seltsame Dinge tue. Im Auto auf dem Heimweg eine Hitzewelle (kommt bei mir immer kurz vor dem K*tzen) und das erste Mal eine Erinnerung – war da nicht vor 10 Tagen schon was in der Art? Zum Glück war der Weg nur kurz und LM und ich schnell wieder zu Hause. Dank frischer Luft auch ohne irgendein Malheur.

Wieder zu Hause verkroch ich mich Wunden leckend ins Bett – es war wirklich alles GENAU SO wie eine Woche zuvor: der angesetzte Korkenzieher auf meinem Oberbauch ganz leicht rechts, Frösteln, abgewechselt mit kurzen Hitzewellen, ein seltsamer Geschmack auf der Zunge, Zwieback und Tee half nicht wirklich, ein Toilettengang auch nicht. Was war das? Irgendjemand drehte mir gefühlt einen Korkenzieher in den Oberbauch, hielt nach einer Weile kurz an und drehte dann weiter. U fuhr die Mädels zum Schwimmen, ich notierte mir kurzen Phasen geringerer Schmerzintensität meine Beobachtungen (Position und Art der Schmerzen, welche anderen Symptome, nach welchem Essen etc.) und versuchte zu entspannen. Das war aber zwischen halb sechs und halb neun nur schwer möglich. Um halb neun flauten die Schmerzen etwas ab und ich beruhigte mich und fasste Plan A: definitiv am Montag beim Hausarzt abklären! Dann ging es um neun Uhr jedoch wieder los, und ich bekam Angst vor einer weiteren schrecklichen Nacht. Also Plan B: U, fährst Du mich bitte zum hausärztlichen Notdienst, der hat bis um zehn Uhr auf?

Das Schwierigste dort war, den Eingang zu finden, denn die Beschilderung ist desaströs (und ich meide dies Krankenhaus aufgrund unschöner Erfahrungen in der Vergangenheit. Es ist aber leider das nächstgelegene in unserer Stadt…). Wenn man drin ist, hilft das einem aber auch nicht weiter – es gibt in der Notaufnahme kein Personal, sondern muss es auf einer Klingel anfordern – und die Klingel muss man vorher erst einmal finden. Nach ungefähr einer halben Stunde unschönen Wartens auf schrecklichen Metallstühlen wurde ich mitgenommen – dort klangen die Schmerzen dann skurrilerweise schon etwas ab. Gegen halb zwölf wurde mir mitgeteilt, ich hätte mir einen ganz schlechten Abend ausgesucht (Zweijähriger mit Bißwunde, jemand mit Drogenexperimenten in 3,x Promille, dazu noch irgendwas mit einem Autounfall – die Tür stand auf und ich konnte lauschen). Nach ein bisschen Blutabnehmen und einem Coronatest stand dann fest: erhöhte Leukozytenzahl (18.000, normal seien bis zu 13.000), ob ich wohl bitte hierbleiben könne? Um halb zwei kam ich nach einer Schmerzinfusion aufs Zimmer und schlief erst einmal etwas. Morgens ging es zum Glück erst spät los und ich konnte immerhin bis um halb neun schlafen.

So ein Schmerztropf ist ja was feines: man wird wach und es geht einem ganz gut. Aber frühstücken durfte ich leider noch nicht, denn erst einmal sollte ich nüchtern bleiben. Urin abgeben, auf lustige Teststäbchen pieseln, und dann ein bisschen im Zimmer und auf dem überraschend schönen Balkon in der Sonne herumlungern. Dann kam die Ärztin, nahm mich mit, schallte den Unterleib und meinte, wohl keinen Gallenstein, aber vermutlich Gries in der Galle, und außerdem Blut im Urin, und das würde ihr alles nicht gefallen, ich möge doch bitte mal in das Krankenhaus der Nachbarstadt fahren, die hätten da einen Urologen, den gäb es hier nicht. Also packte ich meine Sachen. Und aß etwas, das durfte ich nämlich und konnte den Schwestern ein Brötchen, ein Brot und etwas Belag aus den Rippen leiern. Herrlich!

Also ab ins Taxi: Ich reagierte leicht verwundert, als der Taxifahrer mich fragte, wo es denn hingehen solle (schließlich hatte das Krankenhaus ihn gerufen, und ich hätte doch auch eine alte demente Dame sein können, und fühlte mich ganz nebenbei vor lauter Müdigkeit, immer noch Hunger und so viel Neuem auch so, – kriegen die das Fahrtziel gar nicht mitgeteilt?). Wir kamen aber gut an, auch wenn der Fußeingang zur Notaufnahme wieder mal desaströs beschildert war (merke: beim nächsten Mal „liegend krank“ werden, dann nimmt man einfach die Auffahrt „nur für Liegendkranke“), diesmal war die allgemeine Lage auch besser und ich sah auch sehr schnell den Urologen, der anfangs nicht happy war, dass ich zwischenzeitlich gegessen hatte, der noch mehr Blut abnahm, nochmal den Bauch etc. schallte, viele Fragen stellte, mir Rückenschmerzen andichtete, die ich nicht gestehen wollte, und meinte, am wahrscheinlichsten sei nicht die zwischenzeitlich von mir und Dr. Google angenommene Gallenkolik, sondern ein Nierenstein. Und deswegen wäre es ganz gut, dass ich alle meine Sachen hier hätte, denn ich würde jetzt hier bleiben.

Das Zimmer war dann zwar weniger lichtdurchflutet als das zuvor, aber immerhin war es ein Zweibett- und kein Dreibett-Zimmer. Und ich hatte es ganz für mich allein. Und dann wurde ich zum CT gescheucht, und dessen Auswertung ergab: da war kein Gallen- und kein Nierenstein zu sehen, weder in Galle, Niere noch Harnleiter. Vermutlich sei es ein Nierenstein gewesen, der abgegangen sei, oder vielleicht noch unterwegs an nicht-schmerzhaften Stellen, ich dürfe jetzt wieder etwas essen, müsse aber meinen Urin sieben und suchen. Und am nächsten Morgen würden wir nochmal schallen, aber es sähe jetzt schon alles besser aus, und überhaupt wären die Leukozyten schon stark gesunken, auf 10.000 sogar.

Essen fand ich toll. Nur sehr wenig. Aber besser als nichts! Und dann saß ich entspannt in meinem Zimmer ganz für mich allein, döste, las mein schlauerweise eingestecktes Buch, ließ mir Laptop, Kleidung (mit einem Pyjama und einem Schlüppi kommt man nicht weit) und Stroopwaffeln gegen den Hunger bringen, und schaute später „Gracia Patricia“.

So zwei oder drei Antibiotikatröpfe bekam ich auch insgesamt an dem Wochenende, ich glaube, immer in den Morgenstunden, und eine am Nachmittag.

Die Nacht im zweiten Krankenhaus war etwas schlechter: Einschlafen dort war zum einen schwieriger, denn gegenüber rief immer eine wohl demente Dame „Mutter! Vater! Brigitte!„, außerdem knackte und brummte immer mal wieder etwas. Außerdem steckte mir irgendjemand zu nachtschlafener Zeit eine neue Infusion an. Und dann ging am Sonntag Morgen um zehn nach sieben das Licht an, weil das wohl zur Morgenroutine der Schwestern gehört, die Patienten aus dem Tiefschlaf zu reißen! Seufz.

Aber da es ja hieß, heute wäre noch einmal Ultraschall, und wenn dann alles ok wäre, dann dürfte ich heim, machte ich brav mit. Zog mich an. Packte. Frühstückte. Und dann war es neun. Und ich las. Und arbeitete am Fotobuch der Kinder. Und guckte Dressurreiten (hey, in diesem Krankenhaus gab es Kabelfernsehen für lau! Im anderen hätte ich 4,50 für ein TV-Digital-Paket zahlen müssen…). Und wurde irgendwann genervt. Und fragte mal nach, was denn so Sache wäre, als um kurz vor ein Uhr eine Rinderroulade aufgetragen wurde. Da war man sich schon nicht mehr so sicher, ob ich entlassen werden solle oder nicht. Ich weiß jetzt nicht, ob es an meinem Vortrag „ich mag Sie ja alle sehr gern, und es ist hier wirklich schön, aber ich glaube, ich würde doch bitte lieber nach Hause, also klären Sie doch bitte mal ab, ob mich noch jemand ärztliches sehen kann, damit wir das vom Tisch bekommen“ lag oder nicht – aber auf jeden Fall hieß es um kurz vor zwei, es hätte jetzt jemand Zeit für mich.

Und ich traf eine sehr humorvolle Assistenzärztin, die sich mein CT mit mir anguckte, meinte, meine Bandscheibenbeschwerden seien aber nicht L4/L5, sondern L5/S1, und da sei nirgendwo ein Nierenstein. Nicht im Harnleiter, nicht in der Niere, einfach nirgendwo. Und dann kam der Oberarzt hinzu, wir sprachen über „man kann Flöhe und Läuse haben“, ich erzählte das vierte Mal seit Freitag abend, dass ich meine komischen Oberbauch-Korkenzieher-Attacken einmal nach einem Grillen und einmal nach einem Moussaka bekommen hatte (und wir frotzelten kurz darüber, dass wir U nicht mehr kochen lassen), und dass ich keine Medikamente regelmäßig nehmen würde, aber dass ich zweimal in den letzten vier Wochen jeweils drei Tage lang Diclo genommen hatte, und dann verstanden wir uns alle: Und einigten uns darauf, dass es keine Gallenkolik und kein Nierenstein, sondern stattdessen eine Magenschleimhautentzündung sei. Und auf meine Rückfrage, was denn dann mit dem Blut im Urin sei, wurde mir ein sehr schöner Satz genannt, den ich mir sicherlich nicht ganz richtig gemerkt habe, aber der ungefähr so lautet: „wir behandeln nur das, was Probleme macht„.

Und dann durfte ich mich abholen lassen.

Die Erkenntnisse des Wochenendes waren:

  • Diclo, wenn überhaupt, in Zukunft nur mit Magenblocker nehmen
  • wenn meine Intuition mir sagt, teile die Infos „es trat nach fettem Essen auf“ und „ich habe 2 Mal 3 Tage Diclo genommen“ und „nein, ich habe wirklich keine Schmerzen im Bereich der Nieren“, dann kann ich meiner Intuition gut trauen
  • Alle Ärzte und Schwestern waren ausgenommen freundlich
  • Und wenn man die Schwestern irritieren will, wechselt man mit einem Zugang das Krankenhaus, dass wundern sich im neuen alle über das neue Modell mit den anderen Anschlüssen
  • Essen in Krankenhäusern taugt nicht, sättigt aber, und
  • Es gibt Ärzte, mit denen liegt man echt auf einer Wellenlänge. Die Assistenzärztin, die sich darüber freute, dass sie mich so gut schallen kann, weil so wenig Fett dran ist, hätte ich echt knuddeln können – sogar, als wir uns darüber kabbelten, ob ich mit 2 Mädels im Alter von 6 und 10 mehr Stress habe als sie mit zwei Jungs mit 3 und 8. Sie und ihr Oberarzt, der gleich auf unsere Wellenlänge einklickte, waren echt der Knaller.

Erstaunlich…

…dass zwischen diesen beiden Büchern nur eine Generation liegt. Ich bin gespannt, was daraus werden wird. LF hat heute immerhin selbständig erkannt, dass -a nicht nur der Singular eines Plural-Femininums mit der Endung -ae sein kann, sondern auch der Plural eines Neutrums mit der Endung -um. Da wurde heute dann doch schon viel erreicht.

Ich bin ansonsten immer noch sehr verwundert, dass wir 1986 direkt in Lektion 3 gestartet sind. Mein erster lateinischer Satz war „Agricola arat.“ – ich schwör!

Ansonsten: 3 von 4 Kinder heute mit einem Besuch im Maislabyrinth glücklich gemacht. LM war irgendwie nicht so überzeugt. Dafür hatte ihr Freund heute einen „besten Tag!“, weil LMs Mutter, also ich, ihn heute dahin mitgenommen habe. Und das weiß ich sogar von dritter Stelle, und zwar der Klassenlehrerin. So!

Sonst so: ca. 4.102.250 Infizierte (+12.300), ca. 3.842.000 Genesene, ca. 92.780 Tote. Bei uns: ca. 420 Infizierte, 7T-Inzidenz 74,2. Bei den 5-14-Jährigen: 192.

Mehr Vertrauen

Ca. 4.093.400 Infizierte, ca. 3.833.000 Genesene, ca. 92.695 Tote. Bei uns: ca. 430 Infizierte, 7T-Inzidenz 86. Unter den 5-14-Jährigen: 232.

Vermutlich muss man Kindern auf der weiterführenden Schule mehr zutrauen. Ich schaffe das aber noch nicht. Gestern erreichte mich eine Nachricht von LF, als sie im Bus auf dem Heimweg war. Ob sie wohl noch mit der Nachbarsfreundin am Markt halten und etwas für diese besorgen könne? Nach dem Abklären der Randumstände (Hausaufgaben erledigt?) gab ich mein OK, fühlte mich aber nicht gut dabei. Schließlich verzettelt sich die Nachbarin gern mal, und ob der Status „Hausaufgaben erledigt! Ich muss nur noch was für Bio ausschneiden“ wirklich so korrekt ist, zeigt sich ja auch immer erst bei der Durchsicht zu Hause.

Das erste positive war: LF war wirklich zügig zu Hause (und ich frage mich immer noch, warum es für LF Freizeitvergnügen war, mit eine Hundeleine im Tedi kaufen zu gehen. Und außerdem, warum dies der Job einer 12-Jährigen ist).

Dann folgte eine Phase, die ich als „unrund“ bezeichnen würde – die Englischhausaufgaben bestanden im Abschreiben von Vokabeln, das Kind meint, man darf aber nur 15 Stück abschreiben und nicht mehr. Ich wundere mich natürlich, warum dann die Hausaufgabe lautet „Vokabeln S. 186-187“ und bin überdies der Ansicht, dass Vokabeln nicht nur zu schreiben, sondern auch zu lernen sind. Weiterhin herrschte Chaos, da die Vokabeln der letzten und dieser Woche einfach auf irgendwelche Ringbuchblätter geschrieben wurden, die ohne ersichtliche Ordnung einfach irgendwohin geheftet (jetzt, wo ich es schreibe, fällt es mir auf: sie wurden immerhin irgendwohin abgeheftet, das ist doch schon mal was!) wurden. Zum Glück eskalierte die Situation nicht, unter anderem, da LF eine unglaublich gute Laune hatte (merke: Scheibe von abschneiden!).

Wir machten den folgenden Deal: Nur 15 Vokabeln am Tag schreiben ist okay, wenn der Lehrer das sagt – dann müssen die restlichen Vokabeln nur halt an den Folgetagen geschrieben werden. Und wir erwerben ein Vokabelheft und nutzen es.

Und nach all der Aufregung stellte sich heraus: Das Kind konnte alle Vokabeln, auch ohne schönes, lesbares Aufschreiben im Heft. Und überhaupt geht es gerade nur um Englisch zu Deutsch. Möglicherweise ist der Eintritt in die Phase „das Kind machen lassen“ näher als man so denkt.

Ansonsten: Sehr leckere Hühnersuppe gekocht und gegessen (die Kinder waren natürlich wieder skeptisch). Und viele Narzissen, Allia und Mitbringsel vom Freundesbesuch am Wochenende gepflanzt.

Bleibt nur die Frage, wie es weitergeht: Gestern gab es den ersten positiven Fall in LFs Klasse. Uff.

Nur Infrastruktur

Ca. 4.071.600 Infizierte (+11.200), ca. 3.811.000 Genesene, ca. 92.600 Infizierte. Bei uns: ca. 460 Infizierte, 7T-Inzidenz 91,2. Bei den 5-14-Jährigen: 202.

Ich bin leicht genervt von den Dienstleistungen und der Infrastruktur, die für eine vierköpfige Familie bereitgestellt werden muss. LF und LM sind ja sehr froh, dass ihr Schwimmen wieder begonnen hat. U und ich im Prinzip auch. Nur dummerweise liegt der Seepferdchenkurs und der Goldkurs nicht mehr zeitlich parallel. Und LFs Freundin hat sich wegen Pandemie und mehr Lust auf Fußball abgemeldet – ergo keine Fahrgemeinschaft mehr. Und dummerweise liegt das Schwimmbad nicht bei uns direkt um die Ecke, sondern wir müssen eine Viertelstunde dahin fahren. Dabei haben wir sogar schon eine Hinbring-Fahrgemeinschaft! Der gestern verfolgte Ansatz, dass LM gemeinsam mit zwei Freundeskindern und deren Mutter hinfährt, U LF eine Stunde später hinbringt und LM und die zwei anderen Kinder abholt, und ich derweil zum Sport im Gym bei der Arbeit gehe und als letzte dann nur LF abhole war irgendwie auch suboptimal – Arbeit, Wohnort und Schwimmbad bilden nämlich ein gleichseitiges Dreieck. Wir müssen uns irgendwas einfallen lassen, so machen die Freitagabende grad nicht so viel Spaß…

Der heutige Tag war irgendwie nur ein einziger Kampf gegen die Entropie und voller Shuttle-Dienstleistungen – nach dem Frühstück fuhr ich die Mädels zum Volti, dann zum Bauern, dann holte ich Bargeld und sammelte LFs beste Freundin ein und direkt im Anschluss wieder die Mädels. Wieder zu Hause kochte ich Hühnersuppe vor, machte ein kleine Pause, und dann gingen LM und ich ihre Freundin abholen – beide Kinder waren nachmittags bei uns verabredet. Ein wenig Aufräumen, Gartenarbeit, Wäschewaschen, LMs Freundin nach zweieinhalb Stunden wieder heim bringen, einkaufen – als ich um sieben wieder heim war, reichte es mir. Deswegen gab es abends auch nur Convenience-Flammkuchen. Und einen meinerseitigen Aufreger, als ich mir auffiel, dass LFs Badeanzug immer noch zerknüllt und feucht auf der Waschmaschine lag (gestern hatte sie mich gefragt, was sie mit ihm tun solle – „aufhängen!“), genauso wie das abgebrochene Stück Sandale vor der Waschmaschine, die am Mittwoch im Trockenkeller ausgezogene Kleidung (als die Badeanzüge für den Pool geholt wurden, ich hatte seitdem fünfmal darum gebeten, dass das Zeug verschwindet) und einige gewaschene Wäsche (dito). Ich hasse mich, wenn ich so rummecker. Aber ich möchte und werde meinen Kindern auch nicht mehr hinterherräumen. Und wenn ich überlege, dass U vor zwei Tagen aufgefallen ist, dass wir seit vier Jahren versuchen, LF beizubringen, dass Butterbrotsdose und Trinkflasche ausgeräumt werden, sobald man heimkommt…. dann mag ich gar nicht weiterdenken. Ich mag meine Kinder. Sehr. Aber nicht ihre Hinterlassenschaften.

Den Abend mit Kommunionsgeschenkeauswählen verbracht. Was mache ich denn jetzt noch? Besuche ich mit Jesse und Celine in Before Sunrise noch Wien? Oder bin ich schlau und gehe ich früh ins Bett….

Nochmal Sommer

Ca. 4.030.800 Infizierte (+13.400(, ca. 3.784.000 Genesene, ca. 92.460 Tote. Bei uns: ca. 440 Infizierte, 7T-Inzidenz 111,6. Bei den 5-14-Jährigen: 252.

Ein gelungener (All)Tag: LF und LM kamen gut aus den Federn und aus dem Bett. Ich arbeitete produktiv von kurz nach acht bis viertel vor zwei, dann klatschte ich LF ab, die trotz Rückfragen der Betreuung (und Anruf bei mir) doch noch den direkten Bus heim bekommen hatte, und holte LM mit dem Rad ab. Das gemeinsame Schwatzen – ich schiebe das Rad, der Tornister ist im Fahrradkorb und LF sitzt auf meinem Sattel und hält sich fest – tut uns wirklich gut.

Zu Hause: Hausaufgaben kontrollieren, die Kinder zu einer Mutprobe („wir gehen alle bei 17 °C Wassertemperatur nochmal in den Pool“ – na gut, LM und ich haben es immerhin bis zur Hüfte geschafft!) motivieren, inklusive nachher gemeinsam in der Sonne liegen und Wassereis essen. Danach sausten die Kinder zum Nachbarskind, holten es zum Spielen rüber und begruben dann eine von unserer Killerkatze erlegte Meise im Vorgarten.

Abendessen (ohne U, der heute wieder mal sein Mittwochstreffen hat) ein wenig pseudo-asiatisches Hühnchen mit Gemüse und Erdnusssauce, das aber dann trotz aller leckeren Einzelbestandteile doch bei den Kindern nicht so gut ankam wie gehofft. Aufräumen, Vokabeln lernen, Duschen, Tornister packen – Alltag halt. Aber irgendwie schöner als sonst, auch wenn die Uhrzeit zum Insbettgehen nicht ganz passte.

Und jetzt bilde ich mich mal fort und lasse mich gleichzeitig dabei trefflichst unterhalten mit einem Konzertmitschnitt von Nina Simone aus dem Jahre 1976. Warum fällt mir nur immer wieder Julie Delpy ein, wie sie in „Before Sunset von Nina schwärmt?

Planänderung

Ca. 4.020.600 Infizierte (+6.950), ca. 3.776.000 Genesene, ca. 92.420 Tote. Bei uns: ca. 440 Infizierte, 7T-Inzidenz 117.6. Bei den 5-14-Jährigen: 273

Da hatten wir gestern so einen schönen Abend mit Grillen in der Abendsonne, und dann wurde die Nacht so seltsam: Als ich um ein Uhr von Us Geschnarche geweckt wurde, konnte ich nicht wieder einschlafen, u.a., weil LMs Nachtlicht „from hell“ bis in unser Schlafzimmer hineinleuchtete. Kein Wunder, dass das Kind bei dem grellen Licht nicht schlafen kann und sich deswegen auf die Wanderschaft zu uns macht – ich konnte aufgrund der natürlich offen gelassenen Tür auch nicht wieder einschlafen. Viel herumgewälzt, es irgendwann auf dem Bauch probiert und sicherheitshalber wegen der Bandscheibe mein heißgeliebtes viskoelastisches Reisekissen unter den Bauch geschoben. Dann, plötzlich: heftigstes Magendrücken. Nach einer Dreiviertelstunde zog ich um (ich muss sie ja nicht alle auch noch wecken – es reicht ja, wenn sie es tun) und legte mich in LMs Bett (natürlich erst nach dem Löschen aller Lichtquellen). Dann Schüttelfrost, plötzlich Hitze und ein kodderiges Gefühl, und dann war ich sehr froh, so nah neben dem Bad zu sein. Puh…. Was für eine Nacht. Fencheltee half nicht, der Druck auf den Magen ging nicht fort, ich musste nachts mehrfach schnell Richtung Toilette sausen (und habe den extra noch aus dem Keller geholten Eimer zum Glück nicht brauchen müssen). Was hab ich denn da nur falsches gegessen? Den Grillkäse hatten die Kinder und U auch, genau wie das Nackenkotelett. Mysteriös.

Auf jeden Fall war zwischen eins und halb sieben an Schlaf nicht zu denken. Also krank gemeldet, da sich mittlerweile auch alles drehte. Als die Kinder aus dem Haus waren, zog ich noch einmal in unser Bett um und schlief, mit kurzen Unterbrechungen bis um elf. Ein vorsichtiger Zwieback und ein Tee – ging. Eine Dusche – herrlich. Wäsche gewaschen. Die Vorstellung, in diese verschwitzte, miefige Wäsche abends wieder hineinzusteigen – undenkbar. Ein wenig von viertel nach eins bis viertel nach drei die wichtigsten Dinge auf der Arbeit geregelt, dann war ich schon wieder mächtig platt. Wie schön, dass auf der Terrasse die Sonne schön schien und die Deckchairs noch draußen standen. Und so verbrachte ich den Nachmittag in der Sonne im Garten, beobachtete eifrige Eichhörnchen (die meine Anwesenheit nicht so wertschätzten wie ich die ihre und laut meckerten) und unsere faule Katze, las etwas und döste noch mehr. Mittags hatte ich noch gehofft, abends wiederhergestellt zu sein, um reiten zu gehen, aber das wäre heute keine gute Entscheidung gewesen. Stattdessen saß ich um fünf Uhr da und probierte ein paar gedünstete Möhrchen.

Jetzt geht es so langsam, mittlerweile auf der Couch mit Wärmekissen auf dem Bauch. Druck dort ist zumindest nicht mehr unvorstellbar. Erstaunlich – U und die Kinder haben NICHTS!

Sommerabschlußradtour (?) und #WMDEDGT

Ca. 4.005.600 Infizierte (+10.300), ca. 3.764.000 Genesene, ca. 92.350 Tote. Bei uns: ca. 460 Infizierte, 7T-Inzidenz 132 (und bei den 5-14-Jährigen: 363).

Ausgeruht um kurz vor acht wach geworden – obwohl U nachts mal wieder laut geschnarcht hatte und LM, die nachts wohl wieder mal zu uns umgesiedelt war, aufgrund eines Alptraums in der Dämmerung gewimmert hatte. Liegen geblieben bis halb zehn und in die Sonne geschaut. Gemütliches Frühstück – mit Ei und dem guten Geschirr. Das war schön!

Danach ein wenig Wäsche, Spülmaschine, das übliche. Anschließend zur Belohnung für alle die Maus, für mich nebst leckerem Cappucchino. Die Mädels fielen aus allen Wolken, als wie ihnen eröffneten, dass wir eine Runde mit ihnen radeln gehen wollten, fügten sich aber (weil wir direkt danach die Maus servierten?) recht bald. Nach der Couch-Auszeit also: Picknick schnibbeln, Räder aufladen und los. Wir fuhren nicht weit mit dem Wagen – nur 7 km, so konnten wir aber die geplante Tour von 16 km (die sich natürlich wieder als 20 entpuppten) mit LM fahren, deren kleine Beinchen natürlich noch schnell ermüden. Der Anfang war extra so gelegt, dass dies die (für die Kinder) herausforderndste Etappe war: dennoch gab es nur Radwege und wenig befahrene Straßen, dazu auch nur wenig Steigung (wie auch, bei uns ist es ja platt!). LM fing trotzdem schon bald an zu motzen, was uns ungutes erwarten ließ. Anscheinend hatte sie aber nur Hunger. Nachdem sogar LF beschlossen hatte, voraus zu fahren, damit sie Ruhe von ihrer Familie habe, stoppten wir kurz und fütterten LM mit etwas Brot, das ich eigentlich erst in zwei Kilometern auf den Markt hatte werfen wollen. Zum Glück besänftigte dies unseren tasmanischen Teufel etwas, und der Rest der Tour wurde noch sehr schön: Stop bei einem schönen Gartenprojekt am Anfang der Hugo-Bahntrasse, die wir heute einmal ganz fuhren, Stop am Wasserspielplatz des Nordsternparks, der Rückweg ab dann war trotz einiger Baustellen ein Klacks.

Abendessen Birnen-Roquefort-Quiche und Fenchelsalat mit Esszitrone. Wir konnten draußen sitzen, aber als wir die Kinder im Bett hatten, wurde es draußen auch sehr schnell kalt. Hoffen wir, dass wir den Restsommer diese Woche genießen können…

Frau Brüllen fragt ja an jedem 5. des Monats dankenswerterweise und heute nun schon zum 18. Mal in der Corona-Edition: WasMachstDuEigentlichDenGanzenTag? Alle Hintergründe und die weiteren Teilnehmer finden sich hier: #WMDEDGT?

Einiges findet sich

Ca. 3.996.700 Infizierte (+650), ca. 3.757.000 Genesene, 92.330 Tote. Bei uns: Ca. 430 Infizierte, 7T-Inzidenz. Mit etwas Glück sinken die Inzidenzen gerade auch wieder etwas, und das nicht nur gemittelt über alle, sondern auch in der Altersklasse 5-14 (bei uns dort derzeit 343, wir waren auch schon mal über 400 in der letzten Woche).

Eine sehr volle Woche liegt hinter uns: U ließ mal wieder im realen Leben eine Klausur für viele Personen schreiben und rödelte deswegen viel herum, dazu kamen für uns beide zwei Elternabende (es sieht nach netten Eltern aus dies Jahr!) neben dem normalen „wir finden uns in das Leben mit zwei Schulkindern ein, ab dieser Woche mit Hausaufgaben“, für mich gab es dazu noch eine Spontanhochzeit (Einladung kam Sonntag, sie fand am Dienstag statt) und blöder Krempel auf der Arbeit. Trotzdem normal gearbeitet.

Aaaber: Alles hat gut geklappt. LF hat stolz ihre ersten Lateinvokabeln abgeschrieben und gelernt. An den Tagen, wo sie nicht zusammen mit der eigentlich „großen“ Sechstklässlernachbarin, sondern alleine den Bus nach Hause nimmt, erreicht sie diesen auch (was sagt mir dies?) und verliert nicht unendlich viel Zeit, weil die Anschlüsse danach nicht mehr passen. Die Hochzeit war eine sehr kleine Veranstaltung, aber schön: ein ghanaisch-tamilisch-deutsches Potpourri mit unglaublich leckeren Essen. Ich lernte, dass das, was mir da an die Stirn geklebt wurde, kein Bindi, sondern ein Pottu ist. Na sowas! LM geht weitestgehend gern zu Schule (der kleine Streber meckert nur darüber, dass der Sportunterricht gar kein richtiger Sportunterricht ist, sondern „nur gespielt wird, Mama!“) und hat zur Überraschung aller Zweitklässler als Erstklässlerin ihr erstes „Liesmal!“-Heft bekommen. LF kam vom ersten Ausflug aller fünften Klassen zum Forsthof glücklich und (im Gegensatz zu anderen Kindern) ohne Zeckenbisse zurück und wurde „blind“ durch den Wald geführt und durfte einen Baum umarmen. Das war natürlich ganz ihr Ding.

Optimierenswert ist noch der Schwimmfahrdienst am Freitag (ein Kind hat von 19-20 Uhr, das andere von 20-21 Uhr Schwimmen), vermutlich organisieren wir eine wilde Fahrdienstmatrix mit der Mutter von LFs Schulfreund A. sowie einer Bekannten, so dass U und ich nur 1,5 Fahrdienste pro Woche zum 20 Minuten entfernten Schwimmbad übernehmen, damit spätestens bei kalten Temperaturen keiner mit nassen Haaren und/oder gelangweilt da herumsitzen und zu lange warten muss. Ein wenig drehen werden wir vermutlich noch an den Betreuungszeiten – bei LM etwas verlängern zu den eigentlich gewünschten, da sie mittlerweile in der OGS ganz gut angekommen ist, bei LF etwas verkürzen, um lange Busfahrzeiten zu verkürzen (Rekord war am Montag 70 Minuten mit einmal Umsteigen für eine Strecke von 5,5 km, und meine Überwachung zeigte mir, dass das Kind wirklich nicht getrödelt hatte, aber dafür alle Busse!) und um zumindest an zwei bis drei Tagen die Nutzung des einen durchgehenden Busses am Tag auf der Strecke direkt von der Schultür bis zum Ende unserer Straße zu ermöglichen.

So, eben fuhr ich die Kinder zum Voltigieren, war Einkaufen, dann im Pflanzenmarkt, wo es zwar keinen Gründünger, aber dafür sehr viele schöne Blumenzwiebeln gab, und dann erst stellte ich fest, dass ich noch nicht gefrühstückt hatte. Das habe ich mittlerweile geändert. Da die versprochenen Sonne noch nicht zu sehen ist, gönne ich mir jetzt zur Feier des endlich erreichten Wochenendes ein kleines Nickerchen…