Muffeln mit #WMDEDGT

Mannmannmann, manchmal könnte ich die Familie ja wirklich…. Wieso kann hier eigentlich keiner Pläne machen? Immer mag ich es auch nicht übernehmen.

Heute lag U’s letzter Urlaubstag an, und irgendwie hatte ich einen quer sitzen. Nach der Action der letzten Tage schliefen wir aus. Da ich spontan keinen Friseurtermin mehr für die Kinder bekommen hatte, fuhren die Mädels und ich nach dem Frühstück zum Reitsportgeschäft, und dort bekam LF ihre ersten Stiefeletten und Chaps, da die Reitgummistiefel so langsam wirklich zu eng werden. Und LM ein wunder-wunderschönes Schraub-Trinkglas (aus ihrer Sicht natürlich) für den Garten mit einem Einhorn drauf. So wurden wir alle glücklich – LF mit ihrer Wahl, Lm sowieso, und ich darüber, dass es gerade ein 20%-Angebot auf Stiefel und Chaps gab (und das Einhornglas war auch ein Schnapper).

Den Nachmittag musste ich aber etwas vermuffeln: Die Kinder wollten eigentlich nur ihre IPad-Zeit, und U prösselte in der Garage vor sich hin. Zweifellos tat er dort sinnvolle Dinge – aber kann man dies nicht im Vorfeld kommunizieren, so ungefähr mit „mein Schatz, ich brauche heute etwas Werkelzeit, wäre es ok, wenn wir heute gar nix machen?“. Ich hasse es, hier den Organisator zu geben und alle an einen Tisch zu bitten, um einen Familienplan aufzustellen. So kamen wir nicht einmal am Nachmittag zu der ursprünglich angedachten Spielerunde im Garten. Die Kinder waren natürlich glücklich, tobten bei wenig über 20 °C durch den Pool, LM flocht Blumenkränze (die aber sehr schön!), und LF buk später Muffins für uns. Und ich schnitt Rhododendron, um mich auch etwas nützlich zu machen. Und las in der Sonne. So!

Nach dem Abendessen spielten wir immerhin noch zwei Runden Blokus, das machte Spaß. Und die letzten vier Tage habe ich ja immerhin noch. Seufz. Vermutlich habe ich den Elternzeit-End-Rappel, Donnerstag geht es bei mir ja auch wieder los….

#WMDEDGT? Frau Brüllen fragt an jedem 5. des Monats: WasMachstDuEigentlichDenGanzenTag? Ihr Urlaub ist jedoch schon vorbei und sie ist schon wieder fleißig. Alle Hintergründe und die weiteren Teilnehmer finden sich hier: #WMDEDGT?

Viele Unternehmungen in zweiter Urlaubswoche

Hurra, seit Sonntag sind alle wieder negativ und niemand weiteres positiv getestet! Und so konnten wir diese Woche zum Glück noch unseren gemeinsamen Urlaub etwas genießen: Sonntag gingen wir gemeinsam an der Lippe und am Kanal spazieren, während die Mädels neben uns her rollerten. LM war es natürlich mal wieder zu weit, aber die kleine handbetriebene Lippefähre und den Spielplatz, an dem wir vorbei kamen, fand sie natürlich dann doch wieder gut. Seufz. Alter Muffelkopp. Nach unserem Spaziergang kehrten wir ein – dort, wo wir unseren Wagen abgestellt hatten, hatten wir nämlich eine kleine Pizzeria entdeckt. Unser eigentliches Ziel, die Nahrungsaufnahme etwas schneller zu gestalten, ging dennoch leider nicht auf – wir mussten eine geschlagene Stunde auf unsere Pizza warten. Bei vielen Außer-Haus-Bestellungen klappte die Orga nicht so ganz. Nun gut, so wissen wir, wo wir trotz an sich freundlichem Service so bald nicht mehr hingehen werden!

Montags erfüllten wir den Kindern ihren Urlaubswunsch: Trampolinpark. U und ich hüpften auch mit und waren überrascht, wie fix wir nassgeschwitzt waren. Aber Spaß hat es dennoch gemacht! Am besten gefallen hat uns allen vermutlich das Wandtrampolin, bei dem man auf dem Rücken liegend hüpft und versucht, sich an einer senkrecht stehenden Wand neuen Schwung zu holen. LF hat U und mich natürlich unglaublich abgezogen, aber immerhin ist sie ja auch diejenige, die seit 6 Jahren auf unserem Trampolin im Garten lebt. Im Anschluss bummelten wir noch etwas durch Duisburg, aßen bei einem asiatischen Imbiss, kauften Tee und gingen bei einem Outdoor-Shop vorbei, wo LM eine neue Trinkflasche bekam.

Dienstag war denn Kinderquälen angesagt: U hatte eine schöne Radtour herausgesucht. Von Herten aus ging es zunächst am Schloss vorbei, dann auf die Allee des Wandels, zu Zeche Schlägel und Eisen – wo gar nix los war, außer, dass ein Eiswagen „Eine Insel auf zwei Bergen“-spielend just in dem Moment um die Ecke fuhr, als wir dort umherschlenderten (wir waren die einzigen Gäste, das fühlte sich schon etwas skurril an). Dann ging es weiter zur Halde Hoheward, wo wir in einem kleinen Biergarten einkehrten. Nach 24 km waren wir wieder am Auto. LM empfand die ganze Tour natürlich mal wieder als Zumutung, wir anderen drei waren aber eigentlich recht zufrieden. Abends verabschiedete ich mich kurz und ging zur Reitstunde – das erste Mal seit vor den Ferien, dass alle mal wieder da waren! Darauf musste natürlich nachher angestoßen werden. Die Stunde selbst war auch sehr schön, auch wenn nach soviel Abweichungen und Vertretung auch dort erst einmal wieder langsames Hereinfühlen angesagt war.

Am Mittwoch ging es aufs Wasser: Mit viel Glück hatte ich noch zwei Tage zuvor ein Kanu auf der Ruhr buchen können, und so paddelten wir bei vermutlich wirklich den angekündigten 25 °C von Hattingen nach Essen-Horst. Toll war es! Aus Sicherheitsgründen ließen wir zwar die erste, große Bootsrutsche direkt am Einstieg aus, die zweite machte aber sehr viel Spaß. Die Kinder hatten auch Freude und badeten vom Ufer und vom Kanu aus in der Ruhr.

Donnerstag musste dann natürlich nach so viel Action gechillt werden: Um kurz nach elf waren wir im Freibad und schlugen dort unser Lager auf. LM litt ein wenig, weil ihr Schwimmlehrer von der DLRG Aufsicht führte und sie erst mal ein wenig trainieren ließ – auf ihre (quer durchs Becken geschwommenen) „12 Bahnen, Papa! Ich bin 12 Bahnen geschwommen!) war sie dann aber doch sehr stolz, das waren nämlich immerhin 150 m am Stück. Das durfte sie auch sein. So langsam bessert sich nämlich auch ihr Stil. Schwimmbadpommes und Eis gab es natürlich auch.

Diese Woche ist doch bislang viel mehr nach meinem Geschmack.

Eine fast verlorene Woche?

Schade, eigentlich hatten wir in dieser Woche viel unternehmen wollen – U war aber bis Montag bettlägerig. Derweil beschäftigten die Kinder und ich uns etwas selbst, wobei ich aber auch feststellte, dass die Kinder gern auch einfach nur Zeit für sich alleine und wenig Unternehmungen wünschten. Und so gingen die Mädels und ich am Sonntag eine Stunde Inlineskaten (leider scheinen sie diese Vorliebe von U und mir nicht so recht zu teilen, vielleicht müssen wir sie irgendwann wirklich einmal zu Hause lassen, wenn wir skaten gehen wollen) und am Montag Vormittag in den Bochumer Tierpark. In letzterem gab es spannendes Sozialverhalten von nicht mal halbstarken Jungs zu beobachten – als sie mit eindeutigen Drohgebärden versuchten, die von meinen Töchtern benutzte Seilschaukel zu kapern, musste ich mich das erste Mal seit Jahren als die böse Spielplatzmutti einmischen, zum Glück genügte es, mich einfach nur groß aufstellen (und die Reaktion der Pöbler zeigte, dass sie auch hiermit Erfahrung hatten und es vorzugen, nicht gegen mich vorzugehen). Die Mädels wollten daraufhin aber bald weiterlaufen, und gegen Mittag fuhren wir heim, um nach dem in den Keller ausgewanderten Patienten zu sehen.

Ich dachte, ich kam mit Hunger und Müdigkeit zu Hause an, aber es war wohl irgendetwas anderes – ermattet zog ich mich ins Bett zurück, konnte aber nicht schlafen. Bauchgrimmen from hell, die den ganzen Tag anhielten. Irgendwann dachte ich, es könne wieder eine Kolik sein und nahm abends eine Pantoprazol. Temperatur. Die ganze Nacht kein echter Schlaf, nur in zwanzigminütigen Etappen. Um fünf machte ich mir ein Körnerkissen und legte die Beine auf der Couch hoch – auch nicht gut. Um sechs wurde mir übel, ich schaffte es noch gerade rechtzeitig zum Klo. Dies führte zu etwas Erleichterung – bis zehn Uhr konnte ich schlafen. Danach ging es allmählich bergauf.

Ich wunderte mich etwas über mich – eine neue Magenkolik, derzeit? Entspannter als jetzt bin ich doch vermutlich nie? So sehr setzt mir U’s Krankheit und die angekündigte Gasdrosselung doch nun auch nicht zu… Mysteriös. Schlapp saß ich draußen und verwendete keine weitere Kraft auf die Analyse.

Wenig Kraft am Dienstag und Mittwoch, viel Ausruhen. Dankbar dafür, dass man eine Elf- und eine Siebenjährige immerhin schon zum nächstgelegenen Supermarkt schicken kann, um ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Mittwoch dann eine Überraschung im täglichen Schnelltest, dieses Mal mit anderen Testkassetten – ich bin auch positiv. Hurra! Sollten die Magenkrämpfe von BA.5 kommen? Immerhin geht es mir mittlerweile nicht mehr so dreckig, und alles in allem scheine ich den Infekt schneller zu durchstehen als meine mutmaßliche BA.2-Infektion.

Etwas schade um die Zeit ist es schon – U wird seinen Urlaub immerhin wiederbekommen, aber ich habe ja „nur“ Elternzeit. Immerhin sind die Kinder fit, und LF war ja gerade schon in Zusammenhang mit ihrer Ferienfreizeit positiv. So sitzen wir gemeinsam im Garten und spielen immerhin, Blokus, das neue family favourite. Und ich verblogge weiter meinen Urlaub. Die Kinder malen ihr Traumhaus, LF flechtet LMs Haare und sie sind eigentlich ganz zufrieden – keine Erwachsenen, die den Urlaub für irgendetwas nutzen wollen. Was ich nur nicht verstehe: Gestern Nacht stand LF bei mir im Bad und sagte, sie habe Bauchschmerzen und leichtes Halsweh. Ich hoffe, dies ist nun keine neuer Auftakt…

Wohl doch kein Männerschnupfen

Ach, ich altes Schandmaul, hätte ich mal doch lieber den Schnabel gehalten.

Heute früh wurde dann aus U’s Männerschnupfen von gestern doch ein Coronainfekt, ach je. Dennoch glaube ich, geht es ihm schon etwas besser: Er traute sich aus dem Keller hoch, saß viel im Garten (von der Gartenarbeit hielten eine Nachbarin und ich ihn ab, erstere mit einem „Heuler“ per WhatsApp – was er natürlich mit Beleidigtsein mir gegenüber quittierte – andererseits, mit Temperatur und Husten ist mit körperlicher Anstrengung nicht zu spaßen, da hat er gefälligst gesund zu werden, und jeden Aktionismus zu verschieben!), während ich die geimpften und negativ getesteten bzw. sehr frisch gesundeten Mädels (LF musste ja erst vor zwei Wochen von ihrer Ferienfreizeit wegen eines positiven Schnelltests abgeholt werden) zum Voltigieren und nachfolgend (und natürlich in Absprache mit den jeweiligen Eltern) zu Freunden fuhr. Mein Tagesprogramm bestand somit aus Einkaufen, Chauffeurstätigkeiten, Nudeln vom Vortag aufwärmen, Salat für abends zu unseren Börek/Simit vorbereiten und zum Glück auch etwas in der Hängematte liegen und FN-Richtlinien lesen und eben dann auch noch etwas Urlaubserlebnisse-Verbloggen.

Und jetzt hoffe ich, dass unsere Separationsmaßnahmen nicht zu spät angesetzt wurden (wobei ich ja gestern immerhin schon leicht paranoid trotz da noch negativem Schnelltest mein Catering ins Krankenzimmer nur mit FFP-Maske an Ort und Stelle antrat).

Schon wieder eine Woche zurück…

….und dabei habe ich noch nicht einmal die Ferienerlebnisse zu Ende verbloggt. Das werde ich wohl mal für mich in den nächsten Tagen noch nachholen. Schön war es, sehr schön! Ich fühle mich das erste Mal seit Jahren wirklich erholt, bin gelassener mit den Kindern (und U) und fühle mich nicht mehr jeden Tag wie ein hektischer Duracellhase mit einem fast leeren Akku. Und das allerbeste: Dank des Verzichts auf Gehalt für einen Monat dank Elternzeit bin ich nicht sofort zurück in den Alltag katapultiert worden und kann versuchen, dies Gefühl in selbigen hinüberzuretten.

Seit letztem Mittwoch Abend bin ich zurück, also seit knapp zehn Tagen. Die Rückreise war schon recht spektakulär: Der Zubringer von den Iles de la Madeleine verschob sich immer weiter nach hinten – was ein Glück, dass ich dies entspannt auf der Terrasse der dortigen Jugendherberge, 6 km entfernt vom Flughafen abwarten konnte. Fürs Protokoll: Bei der nächsten Reise werde ich den Rückflug auch von einem Winzflughafen am ADW planen und in einer Jugendherberge absteigen – selbst wenn man dort morgens schon auscheckt, kann man ganz bequem die dortigen Örtlichkeiten inklusive Küche und Waschräumen noch bis zur tatsächlichen Abreise nutzen, es war herrlich! Als ich dann aufbrechen wollte, verkasperte mich das Taxi, das mich abholen sollte, zwar (es fuhr einfach nach zehn Minuten wieder – aber woher hätte ich annehmen sollen, dass es schon gekommen sei? Ich dachte, man kommt vielleicht kurz rein und gibt Laut….), aber dies klärte das Youth Hostel intern ganz wunderbar und ich wurde von einer Freundin der Rezeptionistin die kurze Strecke zum Flughafen chauffiert (der ich dann, da sie kein Geld wollte, einfach etwas im Auto versteckte….).

Am Flughafen wurde ich standesgemäß begrüßt: „Ach, Frau L., auf Sie warten wir schon!“ Ich sei derjenige Fluggast, der noch einen Anschlussflug über den großen Teich geplant habe, den ich aber aufgrund der Verspätung des Flugzeuges von hier wohl nicht erreichen würde. Da ich jedoch auch schon gesehen hatte, dass der Transatlantikflieger verspätet sein würde, diskutierten wir in Folge darüber, wie meine Chancen wohl ständen, und nach eingehender Überprüfung der allgemeinen Lage beschlossen die extrem freundliche Dame am Check-In und ich, mich nicht prophylaktisch umzubuchen, sondern es darauf ankommen zu lassen, ob ich rechtzeitig den Flieger in Montreal erreichen würde. Mit vielen Tipps zum schnellsten Weg in Montreal, dem voraussichtlichen Gate und einem „I wish you lots of luck – and I will pray for you!“ wurde ich entlassen, und wieder einmal wusste ich, warum mir in diesem Land so oft warm ums Herz ist. Auf dem Flug nach Montreal sammelten wir keine weitere Verspätung ein, in Montreal angekommen, sprintete ich innerhalb von zehn Minuten zu meinem Gate – und war pünktlich zum ANFANG des Boardens da und nicht etwas knapp vor Ende des Boardens. Leicht verschwitzt beglückwünschte ich mich zur Entscheidung, ein Deo in meinen Rucksack gepackt zu haben, da ich so den Transpirationsgeruch überdecken konnte. Im Flieger angekommen beglückwünschte ich mich noch einmal zu meinem schnellen Lauf – der beim Check-In am Vorabend ausgesuchte Sitzplatz war wirklich genauso gut wie angenommen, und der Nebensitzplatz sogar frei. Da war es dann auch nun wirklich egal, dass ich die Kopfhörer vom Hinflug ins Aufgabegepäck gepackt hatte (da Lufthansa kurzfristig diesen Flug nicht bedienen konnte, dann Eurowings Discover und für diese wiederum Finnair eingesprungen war, hätte ich für Kopfhörer, Decke und Alkohol zahlen müssen) – denn nach dem Essen machte ich brav die Augen zu und schlief bis kurz vor München.

Die Weiterreise ab München gestaltete sich dann als überraschend schwierig: Wir landeten zwar nur 23 min. verspätet, aber deswegen, da alle Fluggäste mit einem Bus zum Terminal gebracht werden mussten und weil die Anzeigetafel den Flug nicht auswies und ich nachfragen musste, kam ich zu spät an, um noch meinen Anschlussflug nach Düsseldorf 57 Minuten nach Ankunft zu erreichen – obwohl auch dieser, wie sollte es anders sein, verspätet war. Ein wenig frage ich mich immer noch, ob ich ihn noch bekommen hätte, wenn der Herr der Lufthansa sein „Gate 13“ etwas weniger als „Gate 30“ vernuschelt hätte – aber da ich zu beiden hechtete, und an Gate 30 gar nix los war und an Gate 13 ein Flieger nach Prag gehen sollte, denke ich mal: Nein. Und wieder war ich dankbar für mein Deo.

Nachfolgend passierte dann etwas wirklich interessantes: Nach dem verpassten Anschlussflieger ging ich zum Lufthansa-Schalter, um mich umbuchen zu lassen. Die sahen sich aber unzuständig – schließlich habe ich wegen der Verspätung eines Eurowings-Discover-Fluges meinen Flug verpasst, also müsse ich mich auch bei Eurowings Discover umbuchen lassen. Dazu müsse ich „nur“ ins andere Terminal fahren, per Bus. Hätte ich gewusst, was mich erwartet, hätte ich mich dort bereits auf die Hinterbeine gestellt: Ich musste nämlich 1) mit dem Bus ins andere Terminalgebäude fahren, 2) dort den Sicherheitsbereich verlassen (ja, bevor ich dies tat, fragte ich dreimal nach, und auch dann war es noch schwierig genug, die Tür „nach draußen“ zu finden), und dann musste ich 3) einen winzigen Schalter der Firma „ahs“ finden, wo man normalerweise Gepäckstücke verloren meldet. Letzteres war das Schwierigste. Und dann überraschte mich der Herr von der ahs mit der ganz und gar nicht positiven Neuigkeit, dass sie gar nicht zuständig seien, auch, wenn das die Eurowings Discover und die Lufthansa immer behaupten würden – und ich bekam einen kleinen Zettel gereicht mit einer Hotline-Nummer, die ich nun anrufen möge (kleiner Spoiler: dort nahm auch nach 50 Minuten niemand ab, wieso ahnte ich dies nur schon?). Kurz, bevor ich aufgeben und einfach mit der S-Bahn und einem ICE nach Hause fahren wollte, fiel mir dann doch noch ein, dass ich ja so auch meinen Koffer herrenlos im Stich lassen würde und beschloss, ein letztes Mal bei der Lufthansa aufzuschlagen. Der Dame am dortigen Schalter AUSSERHALB des Sicherheitsbereichs erzählte ich dies Geschichte auch ziemlich genau so – und sie lachte, meinte dann, mit meinem Flieger gäbe es immer wieder genau diese Probleme, und auch wenn sie es eigentlich nicht dürfe, würde sie mich jetzt auf einen Flieger nach Düsseldorf buchen. Überraschenderweise wurde es dann sogar der für 15:20, und ich war innerhalb von Nullkommanix (also, drei Minuten!) durch die Sicherheitskontrolle durch. Der Dame wünschte ich noch mit viel Dank einen sehr angenehmen Tag – und beschloss natürlich, definitiv von meinen Fahrgastrechten Gebrauch zu machen.

Wie zu erwarten war, kam nur ich in Düsseldorf an – aber so konnte ich in Ruhe meinen Koffer verlustig melden und musste ihn dann nicht zum Zug schleppen, was ja auch irgendwie Vorteile hat. Angenehmerweise meinte der Kollege der dortigen „ahs“-Filiale, dass derzeit die Koffer schon nach zwei Tagen nach Hause nachgeliefert werden würden, das sollte ja sogar noch mit der angekündigten Hitzewelle und den im Koffer befindlichen Chocolate Chips kompatibel sein. Und so musste ich dann nur noch ein 9€-Ticket kaufen, in einen Regionalexpress springen und ließ mich von den Kindern und U am nächstgelegenen Bahnhof einsammeln. Was für ein Abenteuer! Trotz etwas Erzählen und Essen zu Hause wurde ich an dem Tag naturgemäß nicht mehr alt…

Die nächsten Tage im Schnelldurchlauf: Donnerstag Poolaufbau mit den Mädels, Fahrdienst zum Reitstall (Longe für LF und Reitstunde für mich). Freitag: Steuererklärung prüfen, Physio, zwei Kinder zu Besuch, währenddessen Pool-Befüllung, danach Einkauf und wirklich die Entgegennahme meines nachgelieferten Koffers; Samstag ein wenig Yoga alleine zu Hause, während U die Mädels zum Voltigieren fuhr, gefolgt von etwas Gartenarbeit; Sonntag ausgedehntes Pfannkuchenfrühstück mit viel Ahornsirup, dann Radeln und abends Burgergrillen.

Am Montag brachte ich die beiden Mädels per 9€-Ticket nach Essen, wo sie die Oma trafen, um mit ihr nach Bremen und Bremerhaven zu fahren – drei Tage kinderfrei! Ich bummelte etwas durch die „Einkaufsstadt“ Essen, fand aber nichts, das ich hätte erwerben mögen, abgesehen von Reisehandtüchern und zwei Tischtennisschlägern (mein Handtuch hatte ich dummerweise am letzten Tag meiner Reise in der Jugendherberge zum Trocknen aufgehängt und vergessen) und fuhr früh wieder heim – überhaupt war es viel zu warm, der Pool ganz herrlich erfrischend und eine Hängematte und ein Buch im Garten ganz wunderbar. U arbeitete derweil, holte mich aber abends ab und wir skateten um den Kemnader See, das erste Mal. Dienstag kümmerte ich mich bei unglaublich heißen Temperaturen um meine bösen Briefe wegen kurzfristiger Flugannullierung auf der Hin- und nicht erreichten Anschlussflügen auf der Rückreise sowie Korrespondenz in Sachen untere Denkmalbehörde und unserer anzuschaffenden neuen Heizung. Mittwoch dann Fertigstellen der Korrespondenz, Chillen im Garten, Kindersachen aufräumen, und dann mit dem Zug nach Duisburg, wo U und ich mit M. im Biergarten verabredet waren. Schön war es! Donnerstag dann wieder etwas Gartenarbeit, die finale Klärung mit der Denkmalbehörde, und nachmittags wieder Longenstunde für LF und abends Reitstunde für mich – endlich wieder mit dem Lieblingspferd (das mich jedoch nach vier Wochen Abwesenheit meinerseits meinte, vorführen zu müssen, zum Glück konnten wir unsere Differenzen noch vor Ende der Stunde zu meiner Zufriedenheit klären).

Heute dann: U ist spontan am letzten Tag vor unserer gemeinsamen Urlaubszeit krank, hat aber immerhin wohl kein Covid. Dennoch isoliert er sich, so gut es geht, und ich bringe ihm Getränke nur mit Maske (mehr nimmt er ohnehin nicht zu sich), um das Ansteckungsrisiko zu vermindern. Ich lasse LF ein Diktat schreiben, wasche Wäsche und gehe einkaufen, und habe nachmittags wieder zwei Kinder zu Besuch (U liegt ja ohnehin mit seinem Männerschnupfen isoliert im Keller – wieso kommt der Besuch unserer Kinder nur meist vorbei…?). Unkraut zupfen, Bolognese aufwärmen und Nudeln kochen, eine heftige Ansage (da nicht zum ersten Mal) zum Thema „wie man Kloschüsseln nach Benutzung zurück lässt“, aber auch eine gemalte Schatzkarte von LM für mich (mit einer Schatzkiste im Sandkasten mit einem Euro für mich!!, den ich natürlich sofort in einen der selbstgebastelten „Fecher“ in ihrem heute eröffneten „Fecherladen“ umsetze), einer ersten Partie Blokus zu dritt und gemeinsamen Kuscheln und Gutenachtliedsingen in unserem Bett.

Mir fällt gerade so auf, dass ich die Arbeit so gar nicht vermisse (obwohl ich heute sogar einmal kurz nachgeschaut habe, dass in meinen Mails nichts anbrennt).

Souris und Fähre

Am nächsten Morgen kümmerte ich mich schon vor dem Frühstück um meinen Shuttle Service nach Souris, von wo ich am folgenden Tag eine Fähre gebucht hatte: Am Vorabend hatte ich eigentlich, wie gewünscht, bereits mehrfach angerufen, war aber nie durchgekommen. Vorsorglich hatte ich auch eine Textnachricht beschrieben, aber auch auf diese hatte ich keine Antwort erhalten: Sollte ich Probleme haben, nach Souris zu gelangen? Der heutige Tag war nämlich das Manko meiner Reiseplanung gewesen: zwar gibt es prinzipiell seit kurzer Zeit Regionalbusse auf PEI – aber eben nicht am Samstag oder Sonntag. Und deswegen war ich ja so froh gewesen, als ich einen Shuttleservice gefunden hatte, der für die Hälfte der regulären Taxifare den Transport übernimmt – ohne Webseite, ganz oldschool ohne social media, und nett noch dazu. Und seit gestern war er nicht mehr zu erreichen…. Um halb neun erreichte ich niemanden, und so beschloss ich, meine geplante Abholzeit um zehn abzuwarten. Und es passierte – so gar nichts. Um viertel nach zehn rief ich nochmals an: Und hatte plötzlich jemand am Telefon, der dachte, ich hätte nicht mehr fahren wollen, weil ich mich nicht mehr gemeldet hätte. Und dann dämmerte es uns: am Vortag war was mit Kreditkartenautomaten gewesen, die nicht funktionierten – aber auch mit einem kanadischen Handyprovider…. Soviel also dazu: Rasch sicherte er mir zu, er würde mich stattdessen um elf Uhr abholen, und dann ging es auch schon los. „Oldschool“ passte übrigens ganz gut, abgesehen davon, dass er, meine ich, auch in meinem 25 Jahre alten Lonely Planet, der mein Reisebegleiter war, gelistet war – der Fahrer war definitiv jenseits der Siebzig, und nachdem er offensichtlich nicht gut zu Fuß war, hob ich meine große Reisetasche lieber selber in den Kofferraum, woraufhin er mir dann auch die Probleme mit der neuen Hüfte gestand. Die Fahrt selbst war angenehm, der Fahrer gutmütig und herzlich – nur ich einfach nicht gemacht für Unterhaltungen mit Fremden, während ich auf dem Beifahrersitz sitze. Lieb war jedoch, wie er extra noch eine Extrarunde drehte, um mir den schnellsten Weg zu Fähre zu zeigen.

Mein AirBNB in Souris war herzallerliebst – eine von zehn kleinen Hüttchen mit einem Bett, einer Waschstelle, einer Toilette und einer Dusche, wunderschön gelegen. Und mit einer Hummerfalle als Sitzgelegenheit vor der Tür. Die beiden hölzernen Lehnstühle innen drin hätte ich gar nicht gebraucht! Dank eines extra frühen Check-Ins warf ich meine Tasche nur schnell ab, und erkundete die Gegend – mit einem Buch und etwas zu Trinken machte ich mich auf zum Souris Beach Gateway Park, wo ich mir zunächst auf dem Boardwalk und später am Strand bequem machte, und zum späten Lunch eine Poke Bowl mit Snow Crab holte. Lecker! Mein ursprünglicher Plan, sich eine SUP oder Kayak am Strand auszuleihen, scheiterte an etwas zu viel Wind (und meinem Weicheidasein, ich sah jedoch auch niemand anderes sich ähnliches Gerät ausleihen), ebenso Schwimmen im Atlantik. Aber ich bin ja auch raus aus dem „Muss man unbedingte gemacht haben“-Alter und genoss meine Zeit auch so. Lesen mit Aussicht immer mal wieder zwischendurch ist auch toll!

Passend kurz vor Geschäftsschluss deckte ich mich noch mit Nahrungsmitteln für die nächsten Tage ein, verspeiste einen Ceasar Salad vor meiner Hütte, und machte mich erneut auf die Schlür, diesmal in die andere Richtung, auf zum Souris Historic Lighthouse: ein über 140 Jahre alter Holzleuchtturm auf einer kleinen Klippe oberhalb des Hafens. Mit einer Bank mit Aussicht, nur für mich, um das Abendlicht zu genießen! Nach einiger Zeit kamen zwei Frauen mit zwei Babies, die Selfies von sich und ihren Sprösslingen schossen, und nachdem sie (nach meinem Empfinden: unangemessen schnell nach der Ankunft, bezogen auf die Schönheit des Ortes) wieder entschwunden waren, probierte ich es auch einmal. Mit dem Ergebnis: Selfies und ich, das taugt wohl eher nicht. Ich finde meine Bilder pur ohne menschlichen Zusatz meist schöner.

Passend zum Sonnenuntergang wechselte ich den Ort, hinunter zum Hafen, wo sich mittlerweile schon die männliche Dorfjugend, einige Väter mit Kindern, einige wenige Paare zum Angeln eingefunden hatten. So ganz durchblickte ich es nicht, warum einer einen langen Strang mit vielen Fischen dran aus dem Wasser zog, während andere wieder und wieder leer ausgingen. Anders als die Angler widmete ich mich jedoch irgendwann dem Sonnenuntergang und dem Abendlicht auf den dortigen Hummerfallen: immer wieder wird einem dabei so warm ums Herz…

Nachdem die Sonne untergegangen war, wurde es schnell frisch, und ich ging, um noch im Hellen bei meiner Hütte anzugelangen. Kurz, bevor ich den Hafenbereich verließ, entdeckte ich noch einen einsamen, etwas gebeugten älteren Angler, der sich mit wesentlich weniger Aussicht aufgestellt hatte. Da ich recht nah an ihm vorbeiging, grüßte ich freundlich und wünschte „Good Luck!“ (was weiß ich, was „Petri Heil!“ auf Englisch bedeutet!). Es kam keine Antwort, und ich fragte mich, ob ich zu laut gewesen sei. Ich ging weiter. Dann gellte plötzlich ein „hey!“ hinter mir her. Ich drehte mich um – und derselbe Mann, den ich gegrüßt hatte, präsentierte mir stolz und mit Blitzen in den Augen seinen Fang an der Angel – eine silbrige Makrele, die sich zu den weiteren in seinem Eimer gesellte.

Ich las noch etwas, schlief am nächsten Morgen dann aus und packte alles zusammen, um zur Fähre aufzubrechen. Während des Aufbruchs Besuch von Kim und ihrem deutschen Mann Frank, von denen ich das Hüttchen gemietet hatte. Alles selbst gebaut, wie er mir stolz versicherte, Im Winter teilzusammengesetzt, die Bretter selbst aus Stämmen geschnitten. Und: Erzählungen von seinem gerade beendeten Urlaub in der alten Heimat. Die derzeitige ist PEI, vielleicht soll es einmal wieder Europa werden. Ich fand einen dankbaren Abnehmer für meinen gerade ausgelesenen, in Quebec spielenden Krimi in deutscher Übersetzung.

Und dann rollte ich mit meiner großen Reisetasche das erste Stück der 600 m Richtung Hafen und legte am Kinderspielplatz mit den Sitzbänken eine kleine Lesepause ein, bis es sich wirklich lohnte, zum Hafen herunter zu gehen. Check-In bei der Fähre, Gepäckaufgabe auf Rollcontainer wie bei Inselfähre Langeoog – nur gab es viel weniger Passagiere, die ohne fahrbaren Untersitz kamen, vielleicht 20. Da ich kein Auto in die Fähre zu fahren hatte, war ich früh auf dem Deck und konnte mir einen sonnigen, windgeschützten Liegestuhl angeln. Mein ungefähre Berechnung von Sonneneinstrahl- und Windrichtung war akzeptabel gewesen, die meiste Zeit konnte ich bequem lesen. Und später musste ich ohnehin aufstehen, und die auftauchenden, ins weiche Abendlicht getauchten Inseln bestaunen – obwohl es von meinem Ausguck enorm zog. Ich bin immer noch froh, dass mir der mitgereiste Spinat-Dip, den ich nicht in den Rucksack packen wollte (zu viel Siffpotential….), nicht davonflog! Wie ich schon in den 90ern bei einem zufälligen Zwischenstopp hier festgestellt hatte: in der Sonne liegend sind diese hügeligen, weichen Inseln mit den roten Bruchkanten und weißen Stränden wirklich unglaublich schön anzusehen.

Ich war froh, für diese letzte Reiseetappe hierhin gekommen zu sein, und machte mich vom Fähranleger zu Fuß auf den Weg zu meiner Jugendherberge „Le Paradis Bleu“. Vielleicht hätte ich doch versuchen sollen, noch etwas länger nach einem Taxi zu suchen – aber 2 km schienen mir nicht so weit gewesen zu sein. Zu Fuß waren die Hügel jedoch etwas steiler als vom Boot aus, zudem zerstörte mir, wie ich erst am Ziel feststellte, der winterliche Splitt, der sich noch auf der Straße befand, eine Rolle meiner Rolltasche. Durchgeschwitzt und erschöpft kam ich an der Jugendherberge an, wo ich schon auf dem Parkplatz freundlich auf französisch begrüßt wurde: „Suchst Du das Paradis Bleu? Gratuliere, Du hast es gefunden!“.

Transfertage

Noch vor dem Frühstück brachen wir am nächsten Morgen auf, denn wir hatten a) noch einiges zu fahren und b) nicht mehr viel im Kühlschrank. Obwohl unser eigentliches Ziel ein Café für ein Frühstück war, landeten wir noch einmal im Forillon National Park und sahen uns (eigentlich wegen eines verfrühten Abbiegens, dann gab M. jedoch zu, dass es ihn ohnehin bereits vorher interessiert hatte) zunächst einmal die Geschützstellung aus dem zweiten Weltkrieg auf der Fort Peninsula an. Abgesehen davon, dass ich es schwer vorstellbar fand, dass der zweite Weltkrieg sogar HIER stattgefunden hatte und bewirkt hatte, dass diese Festungsanlage gebaut wurde (die zwar, wie ich dann später las, im Endeffekt nicht mehr eingesetzt wurde), bekam ich einfach einen Knoten im Kopf, als ich versuchte, diesen wunderschönen Ort, an dem ich am Vortag noch Wale beobachten konnte, mit Kriegsgeschehen in Verbindung zu bringen. Schwierig.

Danach fuhren wir noch den einen Parkplatz weiter, um den laut Park-Webseiten kurzen Weg „Le Taiga“ gemeinsam mit P. zu gehen und vielleicht noch einmal Wale zu sehen. Letztere hatten heute aber frei. Auf der Webseite überlesen hatten wir nur leider, dass der Weg erst nach einem längeren Stückchen auf einer (immerhin sehr landschaftlich schön gelegenen und leicht zu wandernden) Promenade auf einer Landzunge startete, aber zum Glück war P. nicht zu unleidig deswegen. Nach dem erwähnten Stück asphaltierter Promenade bogen wir nach einiger Zeit auf einen sandigen Pfad ab, der wirklich durch eine Taiga führte – für den Banausen wie mich sah es zwar eher so aus, als habe jemand einige Flechten und Sukkulenten in einen Heideboden gepflanzt, aber sehr pittoresk war es schon. Nach einiger Zeit erreichten wir einen Ausguck auf die Baie de Penoille, sahen dort möglicherweise einen Weißkopfseeadler (das mit mir und meinem Fernglas wird nichts mehr) und folgten dem Wag dann weiter, bis wir wieder zurück auf die asphaltierte Promenade am Ende der Landzunge kamen – wo es einen wunderschönen Strand gab, auf dem wir einem Kitesurfer beim (sehr gekonnten!) Start zusahen.

Danach hatten wir uns aber unser Frühstück mehr als verdient – wir fuhren nach Gaspé und speisten – in meinem Falll Bagel mit Lachs und Onion Rings -, während der Tesla auf dem Parkplatz lud. Da mein Handy auch etwas geringen Akkustand hatte, fragte ich, ob ich eine Steckdose nutzen dürfe – und bekam sogar ein Tischladegerät mit USB-Ports zur Verfügung gestellt. Mit sowas kann man mich ja immer echt beeindrucken!

Danach machten wir uns auf unseren weiteren Weg: Viel an der Küste entlangfahren und Landschaft gucken, in Percé stoppen und den dortigen, sehr bekannten Felsen angucken (sehr schön, aber nach so viel Entschleunigung waren uns dort ein bisschen zu viele Touristen…) und ich machte meinen Frieden mit dem Tesla: bei den ersten Etappen hatte er mich ja den Autopiloten nicht nutzen lassen, jetzt, mit eigenem Profil, durfte ich es – und hatte viel Spaß damit. Vielleicht doch nicht alles Quatsch, was Elon macht.

Ein weiterer Stopp in Carleton-sur-Mer: Der Tesla hatte wieder ein Ladebedürfnis (wenig Supercharger hier, bei den eher kurzen Stopps lädt er nicht wirklich viel), und wir spazierten ein wenig herum, M. und ich kauften Abschiedsbier und Verpflegung für mich für den folgenden Tag und wir kehrten in einer sehr netten kleinen Brauerei ein, M. und ich teilten uns ein paar Austern und ich wählte noch einen Cesar Salad, und außerdem weiß ich jetzt definitiv, dass ich gern IPAs trinke. Und dann fuhren wir weiter Richtung Campbellton, wo es, da wir uns nach Überqueren einer Brücke nicht mehr in Québec, sondern in New Brunswick befanden, eine Stunde später war, und wir in einem AirBNB unterkamen, und mal wirklich jeder für sich ein eigenes Zimmer hatte. Nach der ganzen Fahrerei verschwand P. früh ins Bett, M. und ich tranken noch ein Bier im Wohnzimmer, und damit war dann auch der letzte Tag unseres gemeinsamen Road Trips zu Ende.

Am nächsten Morgen setzten mich die beiden am Startpunkt der dortigen Maritime-Bus-Route ab (einer Irving-Tankstelle, ich fand es so schwer vorstellbar, dass wir dort noch vor dem AirBNB-Checkin am Vortag eine kleine Runde vorbei gefahren waren), und dann fuhr ich viel Bus: erst vier Stunden nach Moncton, ebenfalls New Brunswick, dort Umsteigen, dann eine Dreiviertelstunde nach Amherst, dann wieder umsteigen, und dann noch einmal zwei Stunden nach Charlottetown auf Prince Edward Island, über die lange Confederation Bridge.

Dort angekommen regnete es erst einmal, aber meine Rolltasche und ich schlugen uns trotzdem wacker die knapp 2 km bis zu meiner Unterkunft, einem kleinen Hotel/B&B namens Harbour House. Einchecken, kurz duschen, Füße ausstrecken, und dann ein wenig Füße vertreten: zum Beaconsfield House, zur Prince Edward Battery, dann in den Park beim Province House und im schönen Garten Rosen und Pfingstrosen bewundern, dann an den vielen alten Wohnhäusern vorbei, in einem kleinen Imbiss einkehren (vietnamesisch, der Magen meldete sich) und dann zum Convention Center, um noch ein wenig Abendstimmung am Wasser einzufangen. Dort scheinen sonst viele Kreuzfahrtschiffe anzulegen (an dem Tag zum Glück nicht), und ungefähr so sah es dort dann auch aus – gefällig, viele kleine Souvenirgeschäfte, Pubs mit Livemusik und andere Geschäfte, nicht unangenehm, aber auch nicht so ganz meins. Zurück ging es dann über die Victoria Row, wo es auch wieder Livemusik und viele Kneipen gab. Alleine mochte ich mich aber nirgendwohin setzen, vielleicht war ich das Alleinsein noch nicht wieder gewohnt. Und so schlenderte ich zum Hotel zurück, schwatzte noch kurz mit dem Nachtportier, der sich neugierig erkundigte, wo in Deutschland ich denn herkäme (er habe vor einiger Zeit Freunde in Osnabrück besucht, da sei es soooo schön!), und von dem ich einiges über Hauskäufe, Teuerungsraten etc. in Kanada erfuhr. Es war gerade unter anderem der Kosten wegen aus Ontario nach Prince Edward Island gekommen, da das Pflaster in Ontario nicht mehr zu bezahlen sei, und jetzt arbeite er „for fun“ hier, bis er als Französischlehrer im Herbst an einer Schule auf P.E.I. anfange.

Viel zu sehen am Ende der Welt

Wunderbar geschlafen, das Wetter war jedoch zunächst nicht allzu gut. Wir beschlossen, zunächst nach Gaspe zu fahren und auf dem Weg dorthin im Forillon National Park eine kleine Wanderung zu den dortigen Wasserfällen zu machen („Sentier des Chutes“). Leider war er für P., der kurz vorher 80 geworden war, stramm auf die 80 zugeht und gerade erst von Covid genesen war, doch nicht ganz der richtige Weg: Er drehte wieder um und meinte, er würde am Wagen auf uns warten, M. und ich sollten den Weg mal lieber alleine gehen. In der Tat war der Pfad dann stärker vertikal strukturiert als angenommen – die Wasserfälle lohnten sich aber sehr!

Nach einer guten halben Stunde waren wir auch schon wieder zurück und fuhren weiter Richtung Gaspé. Ziel war eigentlich, im dortigen Micmac Interpretation Center eine Führung mitzumachen, aber wir hätten drei Stunden auf einen Führer warten müssen, da morgens noch niemand zur Verfügung stand. Also beschlossen wir, uns die Stadt Gaspé selbst anzusehen – hey, 1534 von Jacques Cartier himself gegründet, da wird es doch etwas für uns geben! Überraschenderweise warf uns Gaspé selbst dann gar nicht so um wie erwartet – vielleicht waren wir aber auch einfach von den anderen Orten, die wir bereits besucht hatten, so gesättigt, dass wir nicht mehr Begeisterung aufbringen konnten: ja, die kleine Straße mit dem Restaurants sah ganz nett aus, das uralte B&B auch, die Holzkathedrale, die sogar in meinem alten Lonely Planet aufgeführt war, war architektonisch aber mit typischem 70er-Jahre Design von außen nicht so ganz unsers – und hineingehen konnten wir leider nicht, da sie (derzeit?) nicht zur Besichtigung steht. Auch die Promenade am „Birthplace of Canada“ sah uns ein wenig seltsam zusammengestückelt aus, und so gaben wir wirklich mal die typischen Touristen und setzten uns in eine kleine BistroBar („Bise Brise“), tranken ein leckeres Craft Beer und lunchten. In meinem Fall einen Club Sandwich au Homard mit Pommes, denn schließlich hat man ja auch Aufgaben als Tourist. Vorzüglich! Danach holten wir uns noch für jeden zwei Kammuscheln und Fischfilets beim Fischhändler (Seeseibling, „char“) für das Abendessen (unser Motel stellt nämlich Grills und Picknicktische zur Verfügung!) und fuhren wieder zurück – P. wünschte sich nämlich eine Pause. Und so gönnten wir uns alle ein kleines Nickerchen.

Danach juckten M. und mir aber die Füße, und obwohl es wieder etwas tröpfelte, fuhren wir noch einmal zum Forillon National Park, wo wir uns eine leichte Wanderung zum „Ende der Welt“ herausgesucht hatten – ursprünglich, damit P. uns hätte begleiten können, aber dies wollte er definitiv nicht. Und so spazierten wir nur zu zweit den breiten Schotterweg oberhalb der Bucht, deren Schutz seinerzeit auch Cartier gefallen hatte, und genossen die Aussicht. Und dann prustete es. Etwas verwundert versuchten wir, das Geräusch zu erklären, das wir kurz darauf noch einmal hörten. Unsere erste These „das kommt von dem Zementwerk da“ mussten wir sehr schnell verwerfen – denn es waren einfach Wale neben uns in der Bucht. Und nicht wenige, bestimmt 15 – 20. Aufgrund der deutlich sichtbaren Fluke, die wir beim zwischenzeitlichen Tauchen sehen konnten, beschlossen wir, dass es Buckelwale sein mussten, immer wieder in Gruppen zu 3 – 5 Tieren, die entspannt und zufrieden vor sich hin prusteten. Das Gehen fiel und schon schwer – immer wieder mussten wir anhalten und staunen, es setzte einfach kein Gewöhnen ein, und wir waren soooo dankbar, dies erleben zu dürfen. Obwohl ich mich hätte beißen können, genau an dem Tag mein Fernglas nicht dabei zu haben. Weil: es hatte ja geregnet, und überhaupt wollten wir nur kurz etwas wandern. Aber vielleicht war es so ja gerade genau gut und richtig. Irgendwann kamen wir glücklich am Leuchtturm von Cap Gaspé an, der Nieselregen war auch verschwunden, wir gingen noch die 500 m zum „Ende der Welt“, einer kleinen Aussichtsplattform oberhalb einer Bucht, in der wir wieder Robben beobachten konnten, und dann wanderten wir ein kleines Stück über den Kamm der Landzunge, auf der wir uns befanden (vorbei an frischen Bären- und altem Elchdung!) zurück, kreuzten den Schotterweg und liefen – wieder begleitet von Walen! – oberhalb der Steilklippen zurück zu unserem Auto. Weiches Abendlicht und blasende Wale. Ich hoffe, das werde ich nie vergessen.

Begeistert schwärmten wir P. am Motel von unserem Gang vor. Dann heizte M. den Grill an, ich zauberte aus Essig, Öl, und eine eigentlich leeren Pestotube ein wunderbares Salatdressing, und M. grillte uns perfekten Seesaibling mit Scallops. Dazu gab es einen leckeren Weißwein, einen wunderbaren Sonnenuntergang und später sogar noch einen netten Quebecois, der ganz nervös „the first time since I was with the boyscouts“ für seine Frau ein Campfire zauberte.

Trotz unperfektem Wetter war das dann wohl wirklich mal der perfekte Urlaubstag.

Ferry-Hopping to Gaspésie (#WMDEDGT)

Heute gab es wieder eine größere Etappe: Die Fahrt von Tadoussac zur Gaspésie stand auf dem Plan. Da wir verpasst hatten, noch rechtzeitig Fähr- bzw. Katamarantickets ab Les Escoumins bzw. Forestville über den Sankt-Lorenz-Strom zu buchen (im Februar bei der initialen Planung war uns dies zu früh erschienen, dann geschah zu viel anderes), mussten wir zunächst mit der Highway-138-Fähre wieder zurück über den Saguenay setzen und eine halbe Stunde zurück Richtung Saint-Simeon fahren, wo es eine Fähre ohne Reservierungspflicht habe. Auf der Fähre blies ein Beluga für uns zum Abschied! Wir waren früh in Saint-Simeon, bekamen ohne Probleme einen Platz in der Warteschlange und einen echten Latte Macchiato sowie einen leckeren Muffin im nahe gelegenen Café und nahmen unser Frühstück stilvoll auf ein paar Adirondack-Chairs vor viel Aussicht und einem Leuchtturm ein (note so self: Die Dinger heißen AdiRONdack-Chairs, nicht ADIrondack-Chairs).

Bei dieser Fährüberfahrt saß ich schön geschützt, aber dennoch draußen und sah eine weitere Robbe. Die Wale hatten frei. P und M ruhten sich aus bzw. arbeiteten.

Dann wurden Kilometer gemacht: Zunächst fuhren wir bis zum nächsten Supercharger in Matane (und stellten auf dem Weg dorthin fest, dass wir gar nicht so viel Zeit verloren hatten, da die anderen Überfahrten uns zu ähnlichen Zeiten hierhin gebracht hätten), wo wir neben einem skurril platzierten Hotelneubau den Wagen luden und dann zu Fuß über eine große Brücke zum nächstgelegenen Einkaufszentrum liefen, um uns an einem Thai-Food-Truck etwas zu essen zu holen, das wir stilvoll an einem der Picknicktische im Wind einnahmen. Ich mochte meinen Fortune Cookie: „Poutine does not solve all the problems, but salad does not, either.”

Hinter Matane fuhr ich dann ein Weilchen – bzw. der Tesla, denn nun hatte ich ein eigenes Profil eingerichtet bekommen und konnte den Autopiloten aktivieren. Auf frisch geteerten und markierten Straßen funktionierte er prima, anderweitig war es jedoch nicht sehr überzeugend. Auch, wenn ich lenken musste, war die Fahrt sehr schön: entweder, weil mich die technischen Finessen beeindruckten, oder weil ich eine wunderschöne Küstenstraße mit viel Kurven und Aussicht entlangsausen konnte. Nach zwei Stunden übernahm M zum Glück und ich konnte nur die Aussicht genießen und den Mitreisenden aus meinem 25 Jahre alten Lonely Planet vorlesen. Einiges scheint sich jedoch in der Zeit verändert zu haben: Wir entdeckten keine einzige der für die Vorgärten angekündigten „bathtub mary“-s, stattdessen umso mehr falsche Brunnen in den Vorgärten. Vermutlich wird sogar Quebec säkularer.

Gegen halb sieben kamen wir in unserem Motel an: wunderbares Abendlicht, unglaublich sauber, unglaubliche Aussicht auf die Forillon-Klippen, und im benachbarten Leuchtturm (ist es nun Kanadas höchster oder nur „einer der höchsten“? Man wird es nicht erfahren…) gab es zur Begrüßung Live-Musik. Standesgemäßer Empfang, würde ich sagen.

#WMDEDGT? Frau Brüllen fragt an jedem 5. des Monats, auch in ihrem und somit auch in meinem Urlaub: WasMachstDuEigentlichDenGanzenTag? Alle Hintergründe und die weiteren Teilnehmer finden sich hier: #WMDEDGT?

Tadoussac

Sonntag verbrachten wir weitestgehend im Auto: Morgens packten wir schnell zusammen und fuhren direkt zu einem Supercharger eine Dreiviertelstunde entfernt und nahmen dort dann ein kleines Frühstück in einem Einkaufszentrum ein, während der Wagen für die Fahrt lud.

Danach ging es knapp zwei Stunden weiter Richtung Quebec, zu den Montmorency Falls. Auf dem Weg dorthin fuhr ich erstmalig das Wunderauto, aber das für mich verwendete Profil hatte wohl den Autopiloten nicht aktiviert, so dass ich selbst auf schnurgerader Straße steuern durfte – was auf die Dauer sehr ermüdend war. Kurioserweise durfte ich nicht einfach schnöde NICHT den Autopiloten einschalten, sondern er deaktivierte ihn immer wieder. Sehr seltsam! Bislang bin ich nicht überzeugt.

Die Montmorency Falls waren sehr groß, sehr schön – und sehr gut besucht. Auch hier galt jedoch wie immer: einfach immer noch ein Stückchen weiter gehen, dann wird es leerer, und die Aussicht oft sogar noch besser. Mit gut vertretenen Beinen stiegen wir wieder in den Wagen und fuhren weiter – heute war ja eine unserer großen Etappen.

Nach einer Weile wurde die Landschaft etwas hügeliger, und wir fuhren links eines mehr als großen Flusses: Nachdem wir ihn in Montreal und in Quebec jeweils gequert hatten, fuhren wir nun am Sankt-Lorenz-Strom entlang und machten Kilometer. Ein weiter Stopp in Baie-Saint-Paul, vor allem wegen des dort befindlichen Superchargers. Das Örtchen erwies sich dennoch auf den ersten Blick als sehr nett – während der Wagen erneut an einer Station des Charlesvoix-Zuges lud, besuchten wir einen wunderschön angelegten Franz von Assisi-Garten, liefen ins Städtchen, bestaunten alte Häuser, sahen ein, wie der Farmers Market abgebaut wurde (wir hatten ihn leider verpasst, der kurze Blick darauf weckte aber sofort Assoziationen an das Örtchen Stars Hollow der Gilmore Girls) und aßen später in einem wunderbar untouristischen Café in einem ehemaligen Nonnenkloster etwas zu Mittag, und zwar ich einen sehr leckeren Rindfleischwrap mit Gartengemüse.

Danach ging es wieder auf die Straße und wir fuhren mit immer schöner werdender Aussicht den Highway 138 entlang, bestaunten schöne bewaldete Hügel, immer kleiner werdende Dörfchen, und Schilder, die vor Moose auf den Straßen warnten (und in „gated areas“ am Highway darum baten, die Nummer 511 zu wählen, falls sich doch ein Elch dorthin verirrt haben sollte). Etwas müde geguckt kamen wir gegen kurz nach fünf am Saguenay River an, wo für ein kurzes Stück eine Fähre substituierte, mit einem wunderbaren Blick den Saguenay Fjord hoch – und leider auch etwas Regen, der sich aber sehr schnell wieder legte. Und schon waren wir in Tadoussac. Keine 500 m hinter dem Fähranleger befand sich dann unser B&B – einchecken, Esssachen verräumen, und eine kleine Runde im Dorf drehen. Wunderschön! In einer herrlichen Bucht lagen einige alte Häuser, wunderbares Abendlicht, viele kleine Cafés, und zu meiner großen Überraschung sah sogar das „große“ Hotel am Ort wunderschön und gar nicht wie ein Trum aus, und entpuppte sich weiterhin als eines aus viktorianischer Zeit. Wie haben es die Ortsfotographen nur geschafft, es auf den Bildern, die ich vorher gesehen habe, nur so hässlich aussehen zu lassen?

Wir kehrten in einem der kleinen Cafés mit Hafenblick ein, es gab Hummerschwanz mit Salat zu einem sehr zivilen Preis und einen leckeren Cheese Cake, und beim Essen musste ich immer aufs Wasser sehen. War dort noch mehr zu sehen als nur Wasser? Irgendwann entdeckte ich einen großen schwarzen Fleck, der sich an einer Stelle befand, an der sonst keine Steine waren, der kam und verschwand. M sah ihn zum Glück auch, und wir einigten uns auf einen Minkwal. Leider tauchte er danach nicht wieder auf – vermutlich war es der 8-Uhr-Wal gewesen, der pünktlich gewesen war.

Nach dem leckeren Essen ging P zurück um sich etwas auszuruhen, und M und ich spazierten noch ein wenig herum: auf dem Weg zum Hafen entdeckten wir einen kleinen Boardwalk, der auf die Felsen einer kleinen vorgelagerten Halbinsel zwischen Bucht und Saguenay-Fjord führte, und ich verstand, warum die Reichen vor über 150 Jahren hierhin gekommen waren: Traumhaftes Abendlicht, tolle Aussicht, und Robben. Wir staunten, genossen und fotografierten.

Als Abschluss eines wunderbaren Tages landeten wir dann noch in der kleinen Mikrobrauerei im Ort und probierten Gebrautes und schwatzen. Ein schöner Ausklang.

Am nächsten Morgen ging es früh heraus: Wir hatten eine Whale Watching-Tour gebucht und wollten früh am Hafen sein. Da der Wind im Vergleich zum Vortag aufgefrischt hatte, war ich ganz froh über unsere Wahl, doch das Boot und nicht die Zodiacs zu nehmen – vor allem, als ein paar Zodiac-Mitfahrer dick eingepackt in an Guantanamo-Sträflings-Verkleidungen an uns vorbei liefen. Dass Boot war nicht allzu voll (ohnehin fragte ich mich bereits schon eine ganze Weile: wie war hier überhaupt die Auslastung durch Touristen – einige Hotels schienen noch komplett geschlossen zu sein?), und die Durchsagen über die Lautsprecher waren nicht zu aufdringlich und interessant. Abgesehen von etwas zu viel Wind war die Fahrt wunderbar: Am Anfang fuhren wir einer sehr großen Gruppe von mindestens 150 Robben vorbei, die im Wasser neben uns fischten, dann passierten wir eine Gruppe Belugas in einiger Entfernung (die ich aber hartnäckig für Gischt hielt), dann sahen wir wieder einen Minkwal, und schließlich fuhren wir noch etwas weiter hinaus und beobachteten einen Buckelwal. Auch wenn keiner der Wale einen großen Sprung für uns machte, war es doch bereits so unglaublich, diese riesigen Tiere einmal in echt zu sehen (wenn man sie denn sah). Auf dem Rückweg passierten wir wieder die Robben und zwei weitere Belugas, die ich diesmal dann auch endlich wahrnahm. Der Ausflug hatte sich gelohnt!

Wieder zurück im Hafen kehrten wir ein, ich aß Burger mit Poutine – die erste Poutine, die ich wirklich LECKER fand und nicht nur aß, weil „man das ja mal muss“, und dann splitteten wir uns auf: M wollte noch etwas arbeiten, P ein Nickerchen machen, und ich lief am Strand entlang zu Pointe Rouge. Leider konnte ich mir mangels Weg zur weiter oben gelegenen Straße keinen Rundweg zusammenbasteln, aber schön war es auch so!

Anschließend gönnte auch ich mir ein Päuschen, und zum Abend hin brachen M und ich dann nach L’Anse de Roche auf, wo wir uns auf eine Sea Kayaking Tour eingebucht hatten. Wunderbares Abendlicht, tolles Paddeln, mit nur 6 Personen plus zwei Guides nur eine kleine Gruppe – es war herrlich, den Fjord ein wenig hochzupaddeln, die Aussicht auf den Saguenay Fjord und das Abendlicht zu genießen. Auch, wenn der Guide uns gern noch einen Beluga vom Kayak aus gezeigt hätte, war es einfach wunderbar. Zufrieden und gar nicht so sehr durchgefroren kletterten wir aus den Kayaks, säuberten unsere Wetsuits (wie waren mit Neoprenanzug, -schuhen, Spritzschutz und natürlich Lifejacket komplett ausgestattet worden, was auch gut war) und fuhren zufrieden zurück. Abendessen bestand leider nur aus einem Tetrapack Kakao und einem Bier für mich (das einzige, was noch auf hatte, war der Depanneur, der von einigen Verspäteten aufgesucht wurde), aber auch das war nicht schlimm – das Mittagessen war ja nicht klein gewesen.

Ich glaube, Tadoussac wird mein Tofino des Ostens.